Gießkanne und Gartenwerkzeug in einem blühenden Garten während einer sommerlichen Trockenperiode zur nachhaltigen Gartenbewässerung.
Mit der richtigen Bewässerungsstrategie und gezieltem Gießen lassen sich Pflanzen auch während langer Hitzeperioden gesund erhalten. Symbolfoto: KI-generiert

Tipps für die Gartensaison: Wasser sinnvoll einsparen bei Trockenheit

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Die anhaltende Hitze und lange Trockenphasen stellen viele Hobbygärtner vor große Herausforderungen. Wer seinen Garten auch in den Sommermonaten gesund erhalten möchte, sollte beim Bewässern einige wichtige Grundregeln beachten. Kreisfachberaterin Brigitte Goss vom Landratsamt Schweinfurt erklärt, wie Wasser effizient genutzt und gleichzeitig der Garten geschützt werden kann.

Eine der häufigsten Fehlerquellen ist das tägliche, oberflächliche Gießen. Zwar erhalten die Pflanzen kurzfristig Feuchtigkeit, doch ein großer Teil des Wassers verdunstet bereits an der Oberfläche. Gleichzeitig entwickeln die Wurzeln keine Motivation, in tiefere Bodenschichten vorzudringen. Dort befinden sich jedoch nicht nur mehr Feuchtigkeit, sondern auch wichtige Nährstoffe.

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Die Fachberaterin empfiehlt deshalb, seltener, dafür aber deutlich gründlicher zu gießen. Als Orientierung gilt: Rund 15 Liter Wasser pro Quadratmeter dringen etwa 15 Zentimeter tief in den Boden ein und versorgen Gemüse sowie Stauden nachhaltig mit Feuchtigkeit.

Auch der Zeitpunkt der Bewässerung spielt eine entscheidende Rolle. Besonders geeignet sind die frühen Morgenstunden zwischen 5 und 8 Uhr sowie die Abendstunden ab 20 Uhr. Dann ist der Boden noch vergleichsweise kühl und die Verdunstungsverluste fallen deutlich geringer aus.

Bewässerungssysteme helfen beim Wassersparen

Viele Gartenbesitzer setzen inzwischen auf automatische Bewässerungssysteme. Tropfschläuche geben das Wasser langsam und gezielt an den Boden ab. Dadurch bleibt die Oberfläche weitgehend trocken und die Feuchtigkeit gelangt direkt in tiefere Bodenschichten. Allerdings können die Austrittsöffnungen mit der Zeit verstopfen.

Brigitte Goss empfiehlt alternativ sogenannte Perl- oder Schwitzschläuche. Diese bestehen häufig aus recyceltem Material, können sogar im Boden verlegt werden und gelten als besonders langlebig. Sie kommen sowohl in Staudenbeeten als auch in Hochbeeten und Gewächshäusern zum Einsatz.

Darüber hinaus sollten Schläuche, Verbindungen und Wasserhähne regelmäßig kontrolliert werden. Bereits kleine Undichtigkeiten können über den Sommer hinweg erhebliche Wassermengen verschwenden.

Cleverer Trick für Tomatenpflanzen

Tomaten gehören zu den beliebtesten Gemüsepflanzen, benötigen jedoch eine zuverlässige Wasserversorgung. Damit die Pflanzen tiefe Wurzeln entwickeln, empfiehlt die Kreisfachberaterin einen einfachen Trick: Neben der Pflanze wird eine umgedrehte Milchtüte ohne Boden eingegraben. Das Gießwasser gelangt dadurch direkt an die Wurzeln und versickert nicht oberflächlich.

Wichtig ist, die Öffnung zwischen den Bewässerungen abzudecken, damit keine Kleintiere hineingeraten.

Anbau und Rasen den Bedingungen anpassen

Bei anhaltender Trockenheit kann es sinnvoll sein, auf besonders wasserintensive Kulturen zeitweise zu verzichten. Radieschen oder Kopfsalate lassen sich beispielsweise problemlos erst ab Mitte oder Ende August wieder aussäen.

Auch bei der Neuanlage von Rasenflächen ist Geduld gefragt. Die beste Zeit liegt traditionell in den Monaten mit „r“ – also im Frühjahr oder ab September. Während der Keimphase benötigt Rasensaat viel Wasser, was an heißen Sommertagen kaum wirtschaftlich zu leisten ist.

Wer bereits einen etablierten Rasen besitzt, kann ebenfalls Wasser sparen. Selbst vollständig braun gewordene Flächen treiben nach ergiebigen Niederschlägen oft überraschend schnell wieder aus.

Die richtigen Pflanzen für trockene Standorte

Nicht jede Staude verträgt Trockenheit gleich gut. Besonders wasserhungrig sind beispielsweise Rittersporn, Phlox, Sonnenhut oder Herbstastern.

Für trockene Gartenbereiche empfiehlt Brigitte Goss dagegen robuste Arten wie Taglilien, Prachtkerzen, Steppensalbei oder Steinquendel. Auch heimische Pflanzen wie Blutstorchschnabel, Wurmfarn, Edelgamander und Thymian kommen mit wenig Wasser aus und bieten gleichzeitig einen ökologischen Mehrwert.

Neupflanzungen sollten möglichst im Herbst erfolgen. Dann haben die Pflanzen ausreichend Zeit, ein kräftiges Wurzelsystem auszubilden und sind besser auf die Sommerhitze vorbereitet.

Mulchen schützt den Boden

Eine besonders wirksame Maßnahme gegen Austrocknung ist das Mulchen. Dabei wird der Boden mit organischem Material bedeckt, wodurch weniger Wasser verdunstet und gleichzeitig das Bodenleben gefördert wird.

Im Gemüsegarten eignen sich Rasenschnitt oder Pflanzenreste. In Staudenbeeten kommen Häckselgut, Laubkompost oder Kies infrage. Unter Sträuchern wird häufig Rindenmulch verwendet.

Langfristig erhöht Mulch den Humusanteil im Boden. Humus wirkt wie ein natürlicher Wasserspeicher und verbessert die Fähigkeit des Bodens, Niederschläge aufzunehmen und länger zu halten.

Regenwasser nutzen und Trinkwasser sparen

Gerade in Hitzeperioden sollte möglichst sparsam mit Trinkwasser umgegangen werden. Das Sammeln von Regenwasser in Tonnen oder Zisternen bietet hierfür eine einfache Lösung. Darüber hinaus kann auch sogenanntes Grauwasser, beispielsweise vom Waschen von Salat oder Gemüse, im Garten weiterverwendet werden.

Mit einer Kombination aus gezielter Bewässerung, passenden Pflanzen und einer guten Bodenpflege lässt sich der Wasserverbrauch im Garten deutlich reduzieren – und die Pflanzen kommen dennoch gesund durch den Sommer.

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