Ehrenamtliche Kreisvorstände des DGB Unterfranken beim Empfang im Felix-Fechenbach-Haus Würzburg mit Banner und Slogan „Stark in Arbeit“.
Ehrenamtliche Kreisvorstände des DGB in Unterfranken im Fechenbach Haus (Fotograf Wilfried Weis)

Unterfrankens Gewerkschaften positionieren sich: „Mit Macht für die Acht“ gegen längere Arbeitstage

Würzburg-Schweinfurt -

Beim Empfang des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Unterfranken zum Welttag für menschenwürdige Arbeit stand in diesem Jahr das Motto „Mit Macht für die Acht“ im Mittelpunkt. Rund 80 Gäste kamen ins Würzburger Felix-Fechenbach-Haus, um ein klares Signal gegen die geplante Aufweichung des Acht-Stunden-Tages zu setzen.

„Die geforderte Änderung des Arbeitszeitgesetzes lehnen wir ab“, betonte Unterfrankens DGB-Geschäftsführer Frank Firsching. Bereits jetzt gebe es für Arbeitgeber zahlreiche Möglichkeiten, Arbeitszeiten flexibel zu gestalten. „Eine generelle Abschaffung des Achtstundentages, wie sie die Regierung plant, löst keine wirtschaftlichen Probleme, gefährdet aber die Gesundheit der Beschäftigten und führt zu Mehrkosten im Gesundheitswesen – ein klassisches Eigentor.“

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Podcaster Wolfgang M. Schmitt spricht beim DGB-Empfang im Felix-Fechenbach-Haus Würzburg über Arbeitszeit, Einkommen und soziale Gerechtigkeit.
Referent Wolfgang M. Schmitt vor Publikum (Fotograf Wilfried Weis)

Hauptredner des Abends war der bekannte Podcaster Wolfgang M. Schmitt, der in seinem Vortrag mit verbreiteten Mythen über die Arbeitsmoral der Deutschen aufräumte. „Seit 2005 steigt die Summe der jährlich geleisteten Arbeitsstunden in Deutschland kontinuierlich an“, erklärte Schmitt. Im Jahr 2024 seien es 61,4 Milliarden Stunden gewesen – ein Rekordwert seit der Wiedervereinigung.

Er verwies darauf, dass die oft zitierte OECD-Studie, nach der Deutsche angeblich wenig arbeiten, irreführend sei. „Sie berücksichtigt nicht, dass in Deutschland viele in Teilzeit arbeiten – meist Frauen, die Kinder erziehen oder Angehörige pflegen.“ Zudem machte Schmitt deutlich, wie stark Einkommen und Lebenserwartung miteinander verknüpft seien: „Zwischen den oberen und unteren zehn Prozent der Einkommensverteilung liegen sieben Jahre Unterschied in der Lebenserwartung.“

Zum Abschluss erinnerte Firsching an die Errungenschaften der Gewerkschaften: den Acht-Stunden-Tag, den freien Samstag und die 40-Stunden-Woche. „Wir wollen nicht zurück ins 19. Jahrhundert, als Arbeitstage von 13 bis 17 Stunden die Regel waren. Wir sind mit Macht für die Acht – für gesunde und menschenwürdige Arbeit.“

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