Ältere Hände halten einen Umschlag mit der Aufschrift „Rente“ auf Holztisch – Symbolfoto zum Thema Altersvorsorge

Rentenstreit eskaliert: Junge Freie Wähler werfen Union Angriff auf Generationengerechtigkeit vor

München -

Die Jungen Freien Wähler Bayern fordern in der laufenden Rentendebatte langfristige, tragfähige Reformen und kritisieren die Union für deren öffentlichen Streit zwischen jüngeren und älteren Parteivertretern. Der Landesvorsitzende Julian Preidl erklärte, die Jugend habe Anspruch auf ein zukunftssicheres System, während ältere Menschen eine verlässliche Ruhestandsplanung und die Anerkennung ihrer Lebensleistung verdienten. Die aktuellen Äußerungen aus der Union bezeichnete er als „peinlich und nicht zielführend“.

Ausgangspunkt der Kritik sind Forderungen einzelner Unionsvertreter, darunter Aussagen von Hendrick Streek, ältere Menschen sollten unter Umständen keine teuren Medikamente mehr erhalten. Auch die Junge Union stelle die Sicherheit eines stabilen Rentenniveaus infrage. Die Jungen Freien Wähler sehen darin eine unnötige Zuspitzung, die zu einer Spaltung der Generationen führe.

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Gemeinsam mit dem Freie-Wähler-Vorsitzenden Hubert Aiwanger betonen die Jungen Freien Wähler die Bedeutung eines generationenübergreifenden Ansatzes. Aiwanger verweist darauf, dass die Möglichkeit eines steuerfreien Hinzuverdienstes von 2000 Euro zur Rente bereits eine von den Freien Wählern initiierte Idee sei, die nun von der Union aufgegriffen wurde. Er fordert jedoch eine Ausweitung auf Pensionäre und junge Menschen sowie mehr Aktivierungspotenzial im Arbeitsmarkt.

Preidl betont zudem, dass das Rentensystem nur im Gesamtzusammenhang betrachtet werden könne. Faktoren wie Inflation, steigende Mieten und Pflegekosten wirkten unmittelbar auf die Lebensqualität im Alter. Eine Debatte über das Rentenniveau allein greife zu kurz.

Die Jungen Freien Wähler sprechen sich außerdem klar für die Einführung einer Aktienrente und einer sogenannten Aktivrente aus. Diese Modelle sollen einerseits Kapitalbildung ermöglichen und das System demografiefester machen, andererseits älteren Menschen freiwillige Weiterarbeit ohne Abzüge erlauben. Ergänzend fordern sie die Abschaffung der Doppelverbeitragung bei Direktversicherungen und Betriebsrenten.

Der seniorenpolitische Sprecher der Freien Wähler, Heinrich Schmidt, unterstützt diese Forderungen. Die aktuell von der Jungen Union vorgeschlagenen Maßnahmen würden dagegen nach Einschätzung der Freien Wähler auf eine Absenkung des Rentenniveaus hinauslaufen.

Abschließend verurteilen Preidl und Aiwanger die jüngsten Aussagen von Hendrick Streek (CDU) deutlich. Die Forderung, älteren Menschen unter Umständen keine kostspieligen Therapien mehr zu ermöglichen, verstoße gegen die Grundsätze von Menschenwürde und Gleichbehandlung. Die Debatte spalte die Gesellschaft in einer Phase, in der Zusammenhalt besonders notwendig sei.

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