Hundeführer der Johanniter Rettungshundestaffel Schweinfurt mit seinem Rettungshund bei einer Übung im Jahr 2018
Andreas Ebeling im Jahr 2018 zusammen mit seiner Hündin Patty bei einer Übung. Foto: Christoph Fleschutz / Johanniter

Rettungshunde im Einsatz: Unsichtbare Helden aus Schweinfurt

Schweinfurt -

Wenn in der Region Schweinfurt ein Mensch vermisst wird, zählt jede Minute. In solchen Fällen rücken die Frauen, Männer und Hunde der Johanniter-Rettungshundestaffel aus – mit einem Ziel: helfen, wenn andere in Not sind. Einer, der diese Aufgabe seit vielen Jahren mit großem Engagement ausübt, ist Andreas Ebeling, Leiter der Staffel seit 2006.

Mitglied der Johanniter Rettungshundestaffel Schweinfurt weist ein Hund-Mensch-Team während einer Suchübung an
Andreas Ebeling leitet ein Hund-Mensch-Team seiner Rettungshundestaffel der Johanniter in Schweinfurt bei einer Übung an.
Foto: Jessica Rohrbach / Johanniter

Die Rettungshundestaffel Schweinfurt besteht seit 1999. Vieles hat sich seit der Gründung verändert, doch eines ist geblieben: der starke Zusammenhalt und die Leidenschaft für das Ehrenamt. Ebeling kam über seine Tochter und den Familienhund Patty, eine Border Collie-Hündin, zu den Johannitern. Nach den ersten Trainings war schnell klar: Das bleibt. „Meiner Tochter und Patty hat das Training unglaublich viel Spaß gemacht. Also sind wir einfach wieder hingegangen – und ich und Patty sind geblieben“, erinnert er sich.

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Patty wurde zu einer unverzichtbaren Partnerin. Sie stammte aus einer Arbeitslinie, war hoch konzentriert und arbeitswillig. Bis ins hohe Alter von 16 Jahren war sie noch aktiv in der Staffel, insgesamt wurde sie stolze 19,5 Jahre alt. Seitdem ist Ebeling ohne Hund in seiner Funktion als Leiter tätig.

Heute gehören zur Schweinfurter Rettungshundestaffel sieben Flächensuchhunde, zwei Mantrailer

Hund-Mensch-Team der Johanniter Rettungshundestaffel Schweinfurt findet eine vermisste Person bei einer Übung im Wald
Ein Hund-Mensch-Team der Johanniter Rettungshundestaffel in Schweinfurt findet bei einer Übung die vermisste Person im Wald und führt die Erstversorgung durch.
Foto: Jessica Rohrbach / Johanniter

und ein Trümmerhund. Die Hunde sind meist mittelgroße Rassen wie Labradore, Golden Retriever oder Border Collies, aber auch Mischlinge sind vertreten. Wichtig sind Eigenschaften wie Stressfestigkeit, Lernbereitschaft und soziale Verträglichkeit. Auch Schussfestigkeit ist Voraussetzung – im Einsatz darf nichts den Hund ablenken.

Mantrailer-Hunde folgen dem individuellen Geruch einer bestimmten Person, während Flächensuchhunde ohne Geruchsträger ein Gebiet absuchen. Trainiert wird einmal unter der Woche und intensiv am Wochenende – oft bis zu zwölf Stunden, bei Wind und Wetter, auch in der Dunkelheit. Unterstützt werden sie von Helferinnen und Helfern, die sich als „Versteckpersonen“ zur Verfügung stellen. Besonders bei den Mantrailern ist es wichtig, immer neue Menschen einzusetzen, damit sich die Hunde nicht an Gerüche gewöhnen.

Ein Einsatz ist Ebeling besonders im Gedächtnis geblieben: Ein Radfahrer stürzte im Wald und konnte sich nicht mehr selbst retten. Dank zweier Rettungshundeteams und eines Hubschraubers wurde er nach kurzer Zeit gefunden und rund 45 Minuten lang betreut, bis die Bergung möglich war. „In solchen Momenten merkt man, wie wichtig Ausbildung und Routine sind“, sagt Ebeling.

Hundeführer der Rettungshundestaffel Schweinfurt erklärt einem Team das Suchgebiet anhand einer Karte
Andreas Ebeling zeigt einem Mitglied der Rettungshundestaffel das Suchgebiet auf der Karte.
Foto: Jessica Rohrbach / Johanniter

Neben der Hundeausbildung absolvieren die Hundeführer auch Sanitätslehrgänge. In Schweinfurt ist der „Helfer vor Ort“-Dienst verpflichtend, viele sind zusätzlich Rettungssanitäter. Auch Funk, Kartenkunde, Erste Hilfe und psychosoziale Notfallversorgung gehören dazu.

Neue Interessierte können bis zu drei Mal an einem Schnuppertraining teilnehmen. Danach folgt der Beitritt zu den Johannitern und eine halbjährige Probezeit. Bis ein Hund einsatzfähig ist, vergeht meist eine Ausbildungszeit von zwei bis drei Jahren.

Für die Zukunft wünscht sich Andreas Ebeling vor allem eines: „Dass unsere Staffel noch lange besteht und wir Menschen finden, die Freude an diesem Ehrenamt haben. Man weiß nie, was einen erwartet – aber man weiß, dass man gemeinsam helfen kann.“

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