Was für eine Hochzeit – und was für eine außergewöhnliche Anreise: In Schonungen hat der Winterdienst buchstäblich den Weg frei gemacht, damit eine Trauung trotz heftigen Schneefalls stattfinden konnte.
Bürgermeister Stefan Rottmann, der in den vergangenen Jahren bereits mehrere hundert Paare getraut hat, erinnert sich schmunzelnd: „Immer war ich pünktlich und immer haben Braut und Bräutigam am Ende auch ,Ja‘ gesagt.“ Doch am vergangenen Montag stellte der Wintereinbruch selbst den erfahrenen Rathauschef vor eine besondere Herausforderung.
Nach starkem Schneefall ging mit dem eigenen Auto plötzlich nichts mehr vor und nichts mehr zurück. Kurzerhand sprang der Winterdienst ein: Bauhof-Mitarbeiter Detlef Nicklaus holte den Bürgermeister in letzter Minute mit dem Räumfahrzeug ab. Mit nur drei Minuten Verspätung erreichte Rottmann schließlich das Standesamt.
Vor der Trauung entstand sogar noch ein besonderes Erinnerungs-Selfie – mit dem Brautpaar Nico und Alisha, Bürgermeister Rottmann als Standesbeamten und Detlef Nicklaus am Steuer des Räumfahrzeugs. Dann konnte die Hochzeit beginnen – und natürlich sagten auch Nico und Alisha „Ja“ zueinander.
Am Ende waren sich alle einig: Es war eine echte märchenhafte Winterhochzeit. Besonders das Brautpaar zeigte sich dankbar, dass der Schonunger Bauhof für ein ganz persönliches „Happy End“ gesorgt hatte.
Der Winterdienst in Schonungen gilt als besonders anspruchsvoll. Als flächengrößte Kommune im Stadt- und Landkreis Schweinfurt mit 13 Ortsteilen stellt vor allem die bergige Topographie und das weit verzweigte Straßennetz die Einsatzkräfte immer wieder vor große Herausforderungen. Doch dieser Einsatz dürfte allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben.
