Die Regierung von Unterfranken hat aufgrund der anhaltend hohen Wassertemperaturen die Warnstufe „Warnung“ des Alarmplans Main – Gewässerökologie für den unteren Main ausgerufen. Betroffen ist der Flussabschnitt von der hessischen Landesgrenze bei Kahl bis nach Würzburg. Der Abschnitt von Würzburg in Richtung Bamberg befindet sich derzeit weiterhin im Normalzustand.
Grund für die Maßnahme sind die außergewöhnlich hohen Temperaturen der vergangenen Tage. Seit dem 16. Juni ist die Wassertemperatur innerhalb weniger Tage von rund 20 Grad auf bereits 26,4 Grad Celsius im Drei-Stunden-Mittel angestiegen. Nach den aktuellen Wetterprognosen werden zum Wochenende in Unterfranken örtlich Temperaturen von nahezu 40 Grad erwartet, wodurch sich der Main voraussichtlich weiter erwärmen wird.
Noch befinden sich Sauerstoffgehalt und Wasserführung im unkritischen Bereich. Allerdings warnen Fachleute davor, dass bei weiter steigenden Temperaturen Algen absterben könnten. Dadurch würde dem Wasser Sauerstoff entzogen, was für Fische und andere Wasserlebewesen schnell lebensbedrohlich werden kann.
Behörden reagieren mit Vorsorgemaßnahmen
Die Kreisverwaltungsbehörden wurden bereits informiert und haben Kläranlagen sowie Industriebetriebe sensibilisiert, ihre Betriebsabläufe an die aktuelle Situation anzupassen. Außerdem dürfen Schlammräumungen und Baggerarbeiten im Main nur noch durchgeführt werden, wenn sie für die Sicherheit der Schifffahrt zwingend erforderlich sind. Auch geplante Revisionsarbeiten an Kläranlagen müssen verschoben werden.
Sollten die Sauerstoffwerte weiter sinken, kann am Kraftwerk Kleinostheim zusätzlich eine Wehr- oder Turbinenbelüftung aktiviert werden, um den Sauerstoffgehalt des Mainwassers zu erhöhen.
Warum hohe Wassertemperaturen gefährlich sind
Steigende Wassertemperaturen bedeuten für Fische und andere Wasserlebewesen erheblichen Stress. Wärmeres Wasser enthält weniger Sauerstoff, gleichzeitig steigt der Sauerstoffbedarf der Tiere. Die Folgen reichen von geschwächten Abwehrkräften über ausbleibende Fortpflanzung bis hin zu Fischsterben. Auch sogenannte Blaualgen können sich bei hohen Temperaturen stärker ausbreiten und die Wasserqualität zusätzlich beeinträchtigen.
Bürger können mithelfen
Die Regierung bittet alle Bürgerinnen und Bürger, Rücksicht auf die Tiere im Main zu nehmen. Schnell fahrende Boote, unnötiges Aufscheuchen von Fischen sowie das Aufwirbeln von Schlamm und Sediment sollten vermieden werden. Schattige Uferbereiche dienen vielen Wasserlebewesen als wichtige Rückzugsorte und sollten nicht gestört werden.
Weitere Informationen zum Alarmplan Main und den einzelnen Warnstufen stellt die Regierung von Unterfranken auf ihrer Internetseite zur Verfügung.
