Kinder und Jugendliche sollen im Landkreis Schweinfurt stärker an Entscheidungen beteiligt werden, die ihren Alltag und ihre Zukunft betreffen. Dafür setzt die kommunale Jugendarbeit auf unterschiedliche Projekte und Beteiligungsformate. Mit INTALK auf Landkreisebene und TRIALOG in den Gemeinden sollen junge Menschen ihre Interessen frühzeitig einbringen können.
„Die gemeindliche Jugendarbeit spielt eine wichtige Rolle in unseren 29 Landkreis-Gemeinden. Mit den Angeboten und Formaten der kommunalen Jugendarbeit des Landkreises wollen wir sie gezielt unterstützen und damit die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen insgesamt fördern“, erklärt Landrat Florian Töpper.
INTALK ermöglicht Mitsprache bei Planungen
Das Beteiligungsformat INTALK soll sicherstellen, dass die Interessen junger Menschen bereits bei der Entwicklung neuer Konzepte und Projekte des Landratsamtes berücksichtigt werden.
Am Anfang steht ein sogenannter Jugendcheck. Dabei wird geprüft, ob eine geplante Maßnahme auch Kinder und Jugendliche betrifft. Ist dies der Fall, organisiert Kreisjugendpflegerin Bettina Steinschauer eine Beteiligung, die zum jeweiligen Thema passt.
Dadurch können junge Menschen ihre Wünsche und Vorstellungen unmittelbar in konkrete Planungen einbringen.
Online-Umfrage zur Medienbildung
Ein aktuelles Beispiel ist die Medienbildung innerhalb der Jugendarbeit. Über die Schulen wurden Jugendliche in einer Online-Umfrage zu ihren Interessen und Meinungen befragt.
Zusätzlich holte der Landkreis Einschätzungen von Fachkräften aus der gemeindlichen Jugendarbeit, dem Jugendhilfeausschuss sowie dem Kreisjugendring und dessen Verbänden ein.
Die Ergebnisse wurden von der kommunalen Jugendarbeit ausgewertet und sollen in die Jugendhilfeplanung zum Themenbereich „Jugendarbeit Medienbildung“ einfließen.
Junge Menschen sollen bei Freizeitprojekten mitreden
Auch bei der Förderung regionaler Projekte soll die Jugendbeteiligung stärker berücksichtigt werden. Gemeinsam mit der Lokalen Aktionsgruppe Schweinfurter Land hat der Landkreis die Lokale Entwicklungsstrategie und die Kriterien für die Projektauswahl präzisiert.
Betrifft ein Vorhaben Kinder oder Jugendliche, sollen diese durch geeignete Beteiligungsangebote in die Entwicklung eingebunden werden.
Mögliche Beispiele sind neue Jugendzeltplätze, Mehrgenerationenplätze, Jugendübernachtungshäuser, Beachvolleyballfelder oder Skateranlagen.
TRIALOG stärkt Beteiligung in den Gemeinden
Ergänzend zu INTALK auf Landkreisebene setzt die kommunale Jugendarbeit auf das TRIALOG-Konzept für die Gemeinden. Dabei sollen innerhalb eines festgelegten Zeitraums drei Beteiligungsformen umgesetzt werden.
Ziel ist es, die Mitsprache von Kindern und Jugendlichen vor Ort anzustoßen und dauerhaft im Gemeindeleben zu verankern.
Kreisjugendpflegerin Bettina Steinschauer berät die Gemeinden bei der Einführung entsprechender Strukturen und unterstützt sie bei Bedarf bei der Umsetzung einzelner Angebote.
Gochsheim und Sennfeld bereits zertifiziert
Als TRIALOG-Gemeinden sind derzeit Gochsheim und Sennfeld zertifiziert. Beide Gemeinden haben nach Angaben des Landkreises entsprechende Beteiligungsstrukturen eingerichtet.
Weitere Kommunen bereiten den Einstieg in das Konzept bereits vor.
Mit den Formaten INTALK und TRIALOG möchte der Landkreis Schweinfurt die Interessen junger Menschen stärker berücksichtigen und seine Gemeinden für Kinder, Jugendliche und Familien attraktiv gestalten.