Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler setzt seinen Sparkurs fort. In Deutschland sollen rund 1.300 weitere Arbeitsplätze abgebaut werden. Auch der Standort Schweinfurt ist von den Maßnahmen betroffen. Der Konzern setzt dabei insbesondere auf eine Ausweitung der Altersteilzeit.
Nach aktuellen Informationen richtet sich das erweiterte Altersteilzeitprogramm an Beschäftigte der Jahrgänge 1971 und älter. Je nach Standort sollen unterschiedliche Modelle angeboten werden. Damit will Schaeffler den Personalbestand reduzieren, ohne die zusätzlich vorgesehenen Stellen über betriebsbedingte Kündigungen abzubauen.
Wie viele Stellen sind in Schweinfurt betroffen?
Für den Standort Schweinfurt wurde bislang keine konkrete Zahl veröffentlicht, wie viele der rund 1.300 zusätzlich vorgesehenen Stellen dort wegfallen sollen. Klar ist jedoch, dass auch Beschäftigte in Schweinfurt das erweiterte Altersteilzeitangebot nutzen können.
Die neuen Maßnahmen treffen einen Standort, der bereits vom großen Restrukturierungsprogramm des Konzerns betroffen ist. Schaeffler hatte im November 2024 angekündigt, europaweit rund 4.700 Stellen abzubauen. Rund 2.800 davon sollten auf Deutschland entfallen.
Bereits damals gehörte Schweinfurt zu den besonders betroffenen deutschen Standorten. Neben Kapazitätsanpassungen und Verlagerungen sollten auch Verwaltungsbereiche verkleinert werden.
Der jetzt bekannt gewordene weitere Stellenabbau über Altersteilzeit kommt zu diesen bereits laufenden Restrukturierungsmaßnahmen hinzu.
Schaeffler stellt Millionen für Altersteilzeit bereit
Für die Ausweitung des Altersteilzeitprogramms rechnet Schaeffler mit zusätzlichen Aufwendungen von rund 51 Millionen Euro. Vorgesehen sind je nach Standort Blockmodelle mit unterschiedlichen Laufzeiten.
Für die Beschäftigten bedeutet dies grundsätzlich, dass die Teilnahme freiwillig erfolgt. Das Unternehmen kann damit gleichzeitig seine Personalkosten und die Zahl der Beschäftigten über einen längeren Zeitraum reduzieren.
Automobilzulieferer stehen weiter unter Druck
Hintergrund des Sparkurses ist unter anderem der tiefgreifende Wandel in der Automobilindustrie. Die deutschen Zulieferer kämpfen mit hohen Kosten, internationalem Wettbewerbsdruck und der Transformation hin zur Elektromobilität.
Gerade das Geschäft mit Elektroantrieben belastet Schaeffler weiterhin. Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete die Sparte E-Mobility ein bereinigtes operatives Ergebnis von rund minus 402 Millionen Euro.
Konzernweit entwickelte sich das Geschäft allerdings differenzierter. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte Schaeffler einen Umsatz von rund 11,7 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis lag bei rund 549 Millionen Euro.
Schweinfurt bleibt wichtiger Schaeffler-Standort
Trotz des Stellenabbaus bleibt Schweinfurt für den Konzern von großer Bedeutung. Der traditionsreiche Standort gehört zu den wichtigen Standorten des Unternehmens im Bereich Lager- und Industrietechnik.
Gleichzeitig bündelt Schaeffler weitere Aktivitäten in Schweinfurt. Im Zuge der Schließung des Werks Steinhagen soll beispielsweise dessen Produktportfolio bis Ende 2026 in andere Standorte integriert werden – darunter auch Schweinfurt.
Damit zeigt sich für den Standort ein zweigeteiltes Bild: Einerseits werden Aktivitäten gebündelt und Schweinfurt bleibt für Schaeffler strategisch bedeutend. Andererseits setzt der Konzern seinen Personalabbau fort.
Wie viele Arbeitsplätze in Schweinfurt durch das jetzt ausgeweitete Altersteilzeitprogramm letztlich wegfallen werden, ist derzeit noch offen.
