Der Main bei Würzburg mit Thermometer als Symbol für die hohen Wassertemperaturen und die ausgerufene Alarmstufe.
Die Regierung von Unterfranken hat wegen der anhaltenden Hitze den Alarmplan Main – Gewässerökologie für den unteren Main aktiviert. Hohe Wassertemperaturen belasten Fische und andere Wasserlebewesen. Foto: KI-generiert

Alarmplan Main: Regierung von Unterfranken ruft Alarmstufe für den unteren Main aus

Würzburg -

Die Regierung von Unterfranken hat aufgrund der anhaltenden Hitze den Alarmplan Main – Gewässerökologieverschärft. Für den unteren Main zwischen der Landesgrenze zu Hessen bei Kahl und Würzburg wurde die Warnstufe „Alarm“ ausgerufen. Für den Flussabschnitt von Würzburg bis Bamberg gilt die Warnstufe „Warnung“.

Grund dafür sind die außergewöhnlich hohen Wassertemperaturen. An der Messstelle Erlabrunn stieg die Temperatur innerhalb von nur acht Tagen von rund 20 Grad auf 28,4 Grad Celsius im Drei-Stunden-Mittel an. Auch an den Messstellen Kahl am Main und Trunstadt wurden die maßgeblichen Schwellenwerte überschritten. Durch die tropischen Nächte kann sich der Main kaum noch abkühlen.

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Nach Angaben der Regierung wird für Unterfranken am Wochenende mit Außentemperaturen von bis zu 40 Gradgerechnet. Dadurch könnten die Wassertemperaturen weiter steigen und die Situation für Fische sowie andere Wasserlebewesen deutlich verschärfen. Zwar befinden sich Sauerstoffgehalt und Wasserführung derzeit noch im unkritischen Bereich, dennoch warnen die Experten vor einer möglichen schnellen Verschlechterung der Gewässerökologie.

Mit der Ausrufung der Alarmstufe wurden verschiedene Maßnahmen aktiviert. Kläranlagen und Industriebetriebe wurden aufgefordert, ihre Betriebsweise an die aktuelle Lage anzupassen. Schlammräumungen und Baggerarbeiten im Main sind grundsätzlich auszusetzen, sofern sie nicht aus Gründen der Sicherheit zwingend erforderlich sind. Ziel ist es, die Belastung des Flusses so gering wie möglich zu halten.

Auch die Bevölkerung kann einen Beitrag leisten. Die Regierung bittet darum, Fische und andere Wasserlebewesen nicht zusätzlich zu stressen. Wer auf dem Main unterwegs ist, sollte langsam fahren, Tiere nicht aufschrecken und das Aufwirbeln von Schlamm oder Sediment vermeiden. Schattige Uferbereiche sollten als Rückzugsorte für Tiere möglichst ungestört bleiben. Werden größere Ansammlungen toter Fische entdeckt, soll umgehend die Wasserschutzpolizei über den Notruf 110 informiert werden.

Der Alarmplan Main – Gewässerökologie dient als Frühwarnsystem zum Schutz des Flusses. Er bewertet unter anderem Wassertemperatur, Sauerstoffgehalt und Wasserführung. Während die Stufe „Vorwarnung“ auf erste Belastungen hinweist, bedeutet „Warnung“ zunehmenden Stress für Tiere und Pflanzen. Mit der Stufe „Alarm“ werden Bedingungen erreicht, die für die Gewässerlebewesen kritisch werden können. Über die Ausrufung entscheidet ein Expertengremium der Regierung von Unterfranken und der zuständigen Wasserwirtschaftsämter.

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