Die Schweinfurter Landtagsabgeordnete Martina Gießübel unterstützt die Liegendemo für mehr Aufmerksamkeit zu ME/CFS.
Die Landtagsabgeordnete Martina Gießübel macht auf die Situation von Menschen mit ME/CFS aufmerksam und unterstützt die geplante Liegendemo in Schweinfurt. Foto: Wullhorst

Martina Gießübel macht auf Situation von ME/CFS-Betroffenen aufmerksam

Schweinfurt -

Mit einer sogenannten Liegendemo soll am 16. Mai in Schweinfurt auf die Situation von Menschen mit ME/CFS aufmerksam gemacht werden. Die Schweinfurter Landtagsabgeordnete Martina Gießübel unterstützt die Aktion und würdigt zugleich das Engagement der lokalen Betroffeneninitiative um Heike Seufert.

Die Demonstration findet im Rahmen des internationalen Awareness Month statt und soll die Öffentlichkeit für die schwere neuroimmunologische Erkrankung sensibilisieren. Geplant ist die Liegendemo am Freitag, 16. Mai 2026, um 14 Uhr auf dem Georg-Wichtermann-Platz in Schweinfurt. Bereits ab 11 Uhr wird dort ein Infostand angeboten.

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Der erste Kontakt mit dem Thema entstand laut Mitteilung im Rahmen einer Bürgersprechstunde von Martina Gießübel. Dort schilderte Heike Seufert eindrücklich die oft belastende Situation von Erkrankten und deren Angehörigen. Die Landtagsabgeordnete griff das Thema daraufhin auch in ihrer parlamentarischen Arbeit auf.

„Viele Menschen verbinden mit Erschöpfung zunächst etwas Vorübergehendes oder unterschätzen die Schwere dieser Erkrankung massiv“, erklärt Gießübel. Tatsächlich könne ME/CFS Betroffene vollständig aus dem Alltag reißen und bis hin zur Bettlägerigkeit und dauerhaften Pflegebedürftigkeit führen.

ME/CFS – die Abkürzung steht für Myalgische Enzephalomyelitis beziehungsweise Chronisches Fatigue-Syndrom – tritt häufig nach viralen Infektionen auf. Besonders in den vergangenen Jahren wurde die Erkrankung auch im Zusammenhang mit COVID-19 und Long COVID verstärkt thematisiert.

Betroffene leiden unter extremer körperlicher und geistiger Erschöpfung, Schmerzen, Konzentrationsstörungen und einer ausgeprägten Belastungsintoleranz. Bereits kleinste Anstrengungen können den Gesundheitszustand deutlich verschlechtern.

Schätzungen zufolge sind in Deutschland zwischen 650.000 und 1,5 Millionen Menschen von ME/CFS, Long COVID und ähnlichen postinfektiösen Erkrankungen betroffen. Dennoch berichten viele Erkrankte weiterhin von langen Diagnosewegen, fehlender medizinischer Versorgung und mangelnder gesellschaftlicher Anerkennung.

„Ich habe großen Respekt vor dem Mut der Betroffenen, die trotz ihrer massiven gesundheitlichen Einschränkungen für mehr Sichtbarkeit kämpfen“, so Gießübel weiter.

Die Politikerin verweist zugleich darauf, dass sich auf Landes- und Bundesebene inzwischen erste Fortschritte abzeichnen. So wurde das Thema im Bayerischen Landtag bereits mehrfach behandelt. Auf Bundesebene wurde ME/CFS erstmals ausdrücklich im Koalitionsvertrag verankert. Zudem stellt der Bund im Rahmen einer Nationalen Dekade gegen postinfektiöse Erkrankungen in den kommenden zehn Jahren insgesamt 500 Millionen Euro für Forschung und Versorgung bereit.

Für Martina Gießübel bleibt dennoch klar, dass weiterhin großer Handlungsbedarf besteht. Viele Betroffene müssten neben ihrer Erkrankung zusätzlich gegen Unverständnis, Fehldiagnosen und sozialrechtliche Hürden kämpfen.

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