Vertreter aus Politik, Verwaltung und Naturschutz bei der feierlichen Ausweisung des Naturschutzgebiets Brönnhof in Unterfranken.
Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Naturschutz sowie den beteiligten Gemeinden bei der Feierstunde zur offiziellen Ausweisung des Naturschutzgebiets Brönnhof. Foto: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

Naturschutzgebiet Brönnhof offiziell ausgewiesen: Naturjuwel zwischen Schweinfurt und Bad Kissingen

Lkr. Schweinfurt - Mit einer Feierstunde auf dem Brönnhof wurde die offizielle Ausweisung des ehemaligen US-Truppenübungsplatzes als Naturschutzgebiet gewürdigt. Seit dem 31. März 2026 steht das rund 1.456 Hektar große Areal unter besonderem Schutz und zählt damit zu den größten Naturschutzgebieten Bayerns außerhalb des Alpenraums.

Das neue Naturschutzgebiet erstreckt sich über die Gemeinden Üchtelhausen, Dittelbrunn, Maßbach und Rannungen und besitzt eine herausragende Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz in Unterfranken.

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Naturjuwel von landesweiter Bedeutung

Bei der Feierstunde betonte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber die besondere Bedeutung des Gebiets:

„Mit der Ausweisung des Brönnhof als Naturschutzgebiet schaffen wir ein Naturjuwel von landesweiter Bedeutung. Das Gebiet bietet einen einzigartigen Lebensraum für zahlreiche seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten.“

Das Schutzgebiet umfasst großflächige Offenlandbereiche, die von naturnahen Laubwäldern umgeben sind. Die abwechslungsreiche Landschaft bietet ideale Lebensbedingungen für zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten und spielt eine wichtige Rolle im regionalen Biotopverbund.

Gleichzeitig ermöglicht das Gebiet eine naturverträgliche Erholungsnutzung und trägt dazu bei, die Bedeutung der heimischen Natur- und Kulturlandschaft stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Zehn Jahre Planung bis zur Ausweisung

Der offiziellen Ausweisung ging ein rund zehn Jahre dauernder Abstimmungsprozess voraus. Fachbehörden, Naturschutzverbände, Forst- und Landwirtschaft, Gemeinden sowie Bundes- und Landesbehörden arbeiteten gemeinsam an einem tragfähigen Schutzkonzept.

Regierungspräsidentin Dr. Susanne Weizendörfer würdigte insbesondere die konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten:

„Mit dem Brönnhof schützen wir nicht nur einzelne seltene Arten oder Biotope, sondern einen ganz besonderen, ökologisch herausragenden Landschaftsausschnitt in seiner Gesamtheit.“

Vom Panzerübungsplatz zum Rückzugsraum für seltene Arten

Bis 2014 wurde der Brönnhof von den US-Streitkräften als Panzerübungsplatz genutzt. Gerade diese jahrzehntelange militärische Nutzung hat dazu beigetragen, dass sich das Gebiet zu einem wertvollen Naturrefugium entwickeln konnte.

Dorothee Martin, Vorständin der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), erklärte, dass insbesondere die Größe und Unzerschnittenheit solcher ehemaligen Militärflächen sie für den Naturschutz besonders wertvoll machen.

Herausragende Artenvielfalt

Die naturschutzfachliche Bedeutung des Brönnhofs ist beeindruckend. Im Gebiet wurden bislang 63 Arten der Roten Liste der Kategorien 1 und 2 nachgewiesen. Dazu zählen seltene Vogelarten, Amphibien, Fledermäuse, Wildbienen, Nachtfalter sowie zahlreiche gefährdete Pflanzenarten.

Darüber hinaus leben dort 18 Arten der Anhänge II und IV der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie sowie sieben Brutvogelarten des Anhangs I der europäischen Vogelschutzrichtlinie.

Zu den wichtigsten Flächeneigentümern zählen die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die Ganerbschaft Brönnhof, die Miteigentümergemeinschaft Münsterwald, die Bayerischen Staatsforsten sowie die Stadt Schweinfurt.

Mit der offiziellen Ausweisung des Brönnhofs als Naturschutzgebiet wurde eines der bedeutendsten Naturareale Unterfrankens dauerhaft für kommende Generationen gesichert.

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