Der Neujahrsempfang der Jungen Union und der CSU Schweinfurt-Land stand ganz im Zeichen der anstehenden Kommunalwahlen am 8. März. Zahlreiche Gäste aus Politik und Kommunalpolitik kamen in Alitzheim zusammen, um sich auf den Wahlkampf einzustimmen und zentrale politische Themen zu diskutieren.
Nach der Begrüßung durch die JU-Vorsitzenden Vanessa Schmidt und Christoph Simon stellte die CSU-Landratskandidatin Gabriele Jakob erste Schwerpunkte ihres Wahlprogramms vor. Für sie seien Landkreise, Gemeinden und Bezirke „das Gesicht des Staates“, denn hier erlebten Bürgerinnen und Bürger Verwaltung unmittelbar. Jakob kündigte an, den Dienstleistungscharakter des Landratsamtes stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Verwaltungsangebote sollten transparenter, verständlicher und besser erreichbar werden.
Zugleich betonte die Rechtsanwältin die Bedeutung des regionalen Mittelstands. Die Unternehmen im Landkreis müssten mehr Wertschätzung erfahren, eine mittelstandsfreundliche Verwaltung sei ein zentrales Ziel ihrer Kandidatur. Bürgermeisterin Katharina Stark nutzte den Abend, um sich für die breite Unterstützung in ihrem Wahlkampf zu bedanken.
CSU-Bundestagsabgeordnete Dr. Anja Weisgerber verwies auf positive Entwicklungen auf Bundesebene. Die Zuwanderung sei zuletzt um mehr als 50 Prozent gesunken. Nun gehe es darum, den Sozialstaat zukunftsfest aufzustellen. Für die Region hob sie insbesondere den geplanten Kauf der Conn Barracks hervor, dem das Bundesfinanzministerium zugestimmt habe. Gemeinsam mit Gabriele Jakob betonte sie die wirtschaftlichen Chancen, die von der dort vorgesehenen „Giga-Factory“ ausgehen könnten.
Bezirkstagspräsident Stefan Funk dankte der bayerischen Landespolitik für zusätzliche Finanzmittel, mit denen die Bezirke gestiegene Sozialausgaben schultern könnten, ohne die Kommunen stärker zu belasten.
Höhepunkt des Abends war die Festrede von Bayerns Finanz- und Heimatminister Albert Füracker. Er warb für einen verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern und einen realistischen Politikstil. „Meine besten Freundinnen und Freunde sind die bayerischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler“, erklärte der Minister. Mit Blick auf die Landratskandidatin setzte er auf ein Wortspiel: „Schweinfurt muss auf den Jakobsweg.“
Füracker warnte vor einfachen Antworten auf komplexe Probleme und betonte die Bedeutung solider Haushaltsführung. „Die erste Aufgabe eines Finanzministers ist nicht, Geld auszugeben, sondern die Steuergelder, die Sie uns anvertrauen, sorgsam zu verwalten.“ Deutlich sprach er sich für bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen und mehr Investitionsbereitschaft aus. Kritik übte er an langwierigen Debatten über Bau- und Energieprojekte. Versorgungssicherheit sei entscheidend: „Wenn wir moderne Arbeitsplätze wollen, brauchen wir Energie.“
Weitere Schwerpunkte seiner Rede waren der Schutz von Eigentum und Erleichterungen beim Generationenwechsel. Jeder solle sein Haus steuerfrei an die Kinder übergeben können – unabhängig vom Standort. Auch beim Sozialstaat forderte Füracker mehr Zielgenauigkeit: Leistungen müssten vor allem denjenigen zugutekommen, die sie wirklich benötigen.
Die Schweinfurter Landtagsabgeordnete Martina Gießübel dankte dem Minister für seine umsichtige Amtsführung und hob hervor, dass die Kommunen auch im aktuellen bayerischen Haushalt spürbar unterstützt würden.
Der Neujahrsempfang machte deutlich: Mit Blick auf die Kommunalwahl will die CSU im Landkreis Schweinfurt geschlossen auftreten – und setzt dabei auf klare politische Botschaften und personellen Rückenwind.
