Die Zahlen stammen aus einer regionalen Auswertung im Rahmen der Studie „Soziale Aspekte des Wohneigentums“. Erstellt wurde die Untersuchung vom Pestel-Institut im Auftrag der Schwäbisch Hall-Stiftung „bauen – wohnen – leben“. Dass die aktuelle Studie die Entwicklung des Wohneigentums in Deutschland untersucht und von der Stiftung in Auftrag gegeben wurde, bestätigen auch Veröffentlichungen zur Studie vom September 2026.
Pestel-Institut errechnet Millionenverlust für die Region
Der Rückgang beim Eigenheimbau hat nach Berechnungen des Instituts nicht nur Auswirkungen auf Wohnungssuchende und Bauwillige. Auch Unternehmen in Schweinfurt und der Region seien betroffen.
Für das Jahr 2025 beziffert das Pestel-Institut den durch den Rückgang beim Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern entstandenen beziehungsweise entgangenen Umsatz auf rund 7,7 Millionen Euro. Betroffen seien insbesondere Bauunternehmen, Handwerksbetriebe, Architekten und Planungsbüros. Die für Schweinfurt genannten neun Wohnungen sowie die Schätzung von 7,7 Millionen Euro werden auch in einer aktuellen regionalen Veröffentlichung zur Studie genannt.
Nach Darstellung des Instituts reichen die wirtschaftlichen Auswirkungen darüber hinaus von Grundstücksgeschäften über Bau- und Ausbauarbeiten bis zur Gestaltung der Außenanlagen.
Wohneigentum für mittlere Einkommen schwieriger
Die Studienautoren sehen vor allem für Menschen zwischen 25 und 45 Jahren wachsende Schwierigkeiten beim Erwerb von Wohneigentum. Insbesondere Haushalte mit unteren und mittleren Einkommen könnten ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung zunehmend schwerer ohne zusätzliches Vermögen oder Unterstützung aus der Familie finanzieren.
Auch bundesweit geht die Untersuchung von einer niedrigen Wohneigentumsquote aus. Nach Angaben des Pestel-Instituts leben derzeit rund 43,5 Prozent der Haushalte in Deutschland im eigenen Haus oder in einer Eigentumswohnung. Das Institut bezeichnet dies als den niedrigsten Stand seit rund 20 Jahren.
Mike Kammann, Vorsitzender des Kuratoriums der Schwäbisch Hall-Stiftung und Vorstandsvorsitzender der Bausparkasse Schwäbisch Hall, sieht deshalb die Gefahr, dass der Erwerb von Wohneigentum für einen wachsenden Teil der Bevölkerung nur noch schwer erreichbar ist.
Institut fordert stärkere Förderung
Aus den Ergebnissen leitet das Pestel-Institut auch politische Forderungen ab. Es spricht sich unter anderem für einen bundesweiten „Wohneigentumsplan“ sowie eine stärkere Förderung von Haushalten mit mittleren Einkommen aus.
Nach Auffassung des Instituts sollten dabei auch auf Ebene der Bundesländer Ziele für die Entwicklung der Wohneigentumsquote formuliert werden. Darüber hinaus werden bessere Förderbedingungen für Ersterwerber und Änderungen bei den Erwerbsnebenkosten diskutiert. Diese Forderungen sind Positionen des Instituts beziehungsweise der Auftraggeber der Studie und keine Vorgaben bestehender Wohnungspolitik.
Die Aussage aus der Studie, der Bund unterstütze Menschen beim Erwerb von Wohneigentum derzeit „so gut wie nicht“, ist allerdings deutlich zugespitzt. Fördermöglichkeiten bestehen weiterhin, unter anderem über Programme von Bund und Ländern. Welche Haushalte davon profitieren können, hängt von Einkommen, Familienstand, Vorhaben und weiteren Voraussetzungen ab.
Eigenheim auch als Teil der Altersvorsorge betrachtet
Ein weiterer Schwerpunkt der Untersuchung ist die Bedeutung von Wohneigentum im Alter. Das Pestel-Institut argumentiert, dass eine abbezahlte Immobilie im Ruhestand die laufenden Wohnkosten reduzieren und damit zur finanziellen Absicherung beitragen könne.
Die Studie verbindet eine höhere Eigentumsquote zudem mit der Hoffnung auf zusätzliche Bautätigkeit und eine Entlastung des Mietwohnungsmarktes. Diese Zusammenhänge werden in der wohnungspolitischen Diskussion allerdings unterschiedlich bewertet und hängen unter anderem davon ab, wie viel zusätzlicher Wohnraum tatsächlich entsteht.
Für Schweinfurt zeigen die aktuellen Zahlen zunächst vor allem eines: Bei neuen Ein- und Zweifamilienhäusern lag die Bautätigkeit 2025 deutlich unter dem Niveau der Jahre 2020 bis 2022. Während damals durchschnittlich 19 Wohnungen jährlich entstanden, waren es im vergangenen Jahr nur noch neun.
