Logos von KLT Hummel Plastic, PPS und Krallmann vor einer symbolischen Kunststoffproduktion
Die Krallmann Kunststoff Solutions GmbH aus der PPS-Gruppe übernimmt den Geschäftsbetrieb von KLT Hummel Plastic in Schweinfurt. Der Standort und rund 100 Arbeitsplätze bleiben erhalten. Bildmontage: Unternehmenslogos / Hintergrund KI-generiert

Rettung für KLT Hummel Plastic: Rund 100 Arbeitsplätze in Schweinfurt gesichert

Schweinfurt - Für die insolvente KLT Hummel Plastic GmbH ist eine Fortführungslösung gefunden worden. Die Krallmann Kunststoff Solutions GmbH aus Hiddenhausen hat den operativen Geschäftsbetrieb mit Wirkung zum 1. September 2026 übernommen. Krallmann gehört zur Precision Plastic Solutions GmbH, kurz PPS, mit Sitz in Darmstadt.

Der Standort in Schweinfurt bleibt bestehen. Sämtliche zuletzt rund 100 Beschäftigten werden nach Angaben der Insolvenzverwaltung übernommen und dort weiterbeschäftigt. Der Geschäftsbetrieb soll unverändert fortgeführt werden.

Anzeige
Werbung-diana-michel

Geschäftsbetrieb wird von Krallmann fortgeführt

Die Übernahme erfolgte im Rahmen einer übertragenden Sanierung. Der bisherige Geschäftsbetrieb von KLT Hummel Plastic wird künftig von der Krallmann Kunststoff Solutions GmbH fortgeführt.

Das Schweinfurter Unternehmen stellt komplexe technische Kunststoff-Spritzgussteile her. Ein Schwerpunkt liegt auf Gleit- und Lagerkomponenten aus dem selbst entwickelten und markenrechtlich geschützten Werkstoff Slidertan. Zu den Kunden zählen Unternehmen aus der Automobilindustrie, der Medizintechnik, der Industrie und dem Bereich der sogenannten Weißen Ware.

Nach Angaben der Insolvenzverwaltung erzielte KLT Hummel Plastic zuletzt einen Jahresumsatz von rund 15 Millionen Euro.

PPS-Gruppe erweitert ihr Industriegeschäft

Mit der Übernahme erweitert die PPS-Gruppe ihre Kapazitäten und Kompetenzen im Bereich hochpräziser technischer Kunststoffteile. Zur Unternehmensgruppe gehören vier deutsche Unternehmen:

  • Krallmann Precision Moulds GmbH & Co. KG als Spezialist für Präzisionswerkzeugbau, Produktentwicklung und Konstruktion
  • Krallmann Kunststoff Solutions GmbH als Kunststoffverarbeiter mit Prozess- und Automatisierungskompetenz
  • Synova Metall- und Kunststofftechnik GmbH als Hersteller mechatronischer Kunststoff-Metall-Hybridbauteile
  • Optoflux Precision Solutions GmbH als Hersteller von Präzisionsoptiken aus Kunststoff und Flüssigsilikon

Durch die Einbindung des Schweinfurter Betriebs sollen sich nach Angaben der PPS-Gruppe zusätzliche Möglichkeiten im Präzisionswerkzeugbau, in der Kunststoffverarbeitung und in der Automatisierung ergeben.

Standort Schweinfurt soll langfristig erhalten bleiben

PPS-Hauptgesellschafter Hartmut Müller kündigte an, weiterhin privates Kapital in den deutschen Präzisionswerkzeugbau, die Kunststoffverarbeitung und die nachgelagerte Automatisierung investieren zu wollen. Ziel sei es, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu sichern.

Ingo Brexeler, Geschäftsführer der Krallmann Kunststoff Solutions GmbH, sieht durch die Übernahme vor allem Ergänzungen bei technischen Bauteilen mit hohen Anforderungen an Dauerfestigkeit und gleitfähige Oberflächen. Das erfahrene Team von KLT Hummel solle in die Unternehmensgruppe integriert werden.

Insolvenzantrag im Februar gestellt

KLT Hummel Plastic hatte am 23. Februar 2026 einen Insolvenzantrag gestellt. Nach Angaben des Unternehmens waren nicht vorhersehbare Kosten infolge der Fusion mit einer Schwestergesellschaft ausschlaggebend.

Das Amtsgericht Schweinfurt bestellte Rechtsanwalt Robert Wartenberg von der CURATOR AG zunächst zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Das Insolvenzverfahren wurde am 1. Mai 2026 eröffnet. Wartenberg wurde anschließend zum Insolvenzverwalter bestellt.

Während des Verfahrens wurde der Geschäftsbetrieb gemeinsam mit der Geschäftsführung stabilisiert und fortgeführt. Parallel suchten die Insolvenzverwaltung und die Beratungsgesellschaft Baker Tilly nach einem strategischen Investor.

Alle Beschäftigten werden übernommen

Insolvenzverwalter Robert Wartenberg bezeichnete die Fortführung am bisherigen Standort und die Übernahme aller rund 100 Beschäftigten als großen Erfolg. Die PPS-Gruppe biete mit ihrer Erfahrung im Kunststoffspritzguss eine langfristige Perspektive für den Schweinfurter Betrieb.

Baker Tilly begleitete den strukturierten Investorenprozess. Verantwortlich waren Dr. Andreas Fröhlich und Silvan Drasch. Die rechtliche Beratung übernahm Rechtsanwalt Stephan Zuber.

Mit dem Abschluss der Transaktion bleiben der operative Geschäftsbetrieb, der Produktionsstandort in Schweinfurt und sämtliche zuletzt rund 100 Arbeitsplätze erhalten.

Diesen Beitrag teilen

Facebook
WhatsApp
Email

Weitere Nachrichten

9. Oktober 2026
Der IHK-Standortreport bewertet Mainfranken mit Note 2,7. Der Landkreis Schweinfurt erreicht 2,3, während die Stadt Schweinfurt deutlich kritischer bewertet wird. … mehr
8. Oktober 2026
Schweinfurt: Ein 22-Jähriger soll einer Frau in der Innenstadt das Smartphone entrissen haben. Die Polizei nahm ihn fest. Ein Richter … mehr
8. Oktober 2026
Tankrabatt 2026: Benzin und Diesel sind günstiger geworden. Der ADAC kritisiert, dass die Entlastung nicht vollständig an Autofahrer weitergegeben wird. … mehr
8. Oktober 2026
Handball in Schweinfurt: Der MHV empfängt am 10. Oktober den TSV Partenstein zum Spitzenspiel der Bezirksoberliga. Anwurf ist um 18 … mehr
8. Oktober 2026
Wechsel im Bauamt des Landkreises Schweinfurt: Thomas Zweiböhmer geht nach 22 Jahren als Leiter in Ruhestand. Heike Firsching übernimmt die … mehr
8. Oktober 2026
Erntedankmarkt in Schweinfurt am 10. und 11. Oktober 2026: Rund um den Marktplatz gelten Verkehrssperrungen. Alle Informationen zu Zeiten und … mehr