Werbung in sozialen Netzwerken führt direkt zum Shop
Viele dubiose Trachtenangebote erreichen mögliche Käufer über soziale Netzwerke. Zwischen Fotos, Videos und Reels erscheint plötzlich Werbung für ein hochwertig wirkendes Dirndl zu einem auffällig niedrigen Preis.

Ein Klick führt zu einem professionell gestalteten Online-Shop. Hohe Rabatte, zeitlich begrenzte Angebote und Hinweise auf geringe Stückzahlen sollen zu einer schnellen Bestellung verleiten. Ob der Anbieter tatsächlich seriös ist, lässt sich auf den ersten Blick häufig kaum erkennen.
Nach dem Kauf folgt mitunter die böse Überraschung: Die bestellte Ware kommt überhaupt nicht an, das bezahlte Geld ist verloren oder im Paket befindet sich ein völlig anderes Produkt.
Vermeintlich bayerische Manufaktur sitzt im Ausland
Andere Anbieter präsentieren sich als traditionsreiche Familienunternehmen oder bayerische Trachten-Manufakturen. Auf den Internetseiten ist von Handarbeit, regionaler Verbundenheit und langjähriger Erfahrung die Rede. Bilder zeigen Werkstätten und Menschen bei der vermeintlichen Herstellung der Kleidung.
Tatsächlich kann der Händler jedoch im Ausland sitzen und die Ware beispielsweise aus China verschicken. Das gelieferte Dirndl sieht dann möglicherweise anders aus als auf den Produktfotos. Auch minderwertige Stoffe, unangenehme Gerüche und eine schlechte Verarbeitung gehören zu den Beschwerden, die bei der Verbraucherzentrale Bayern eingehen.
Entscheidend ist deshalb nicht nur, welchen Eindruck die Startseite vermittelt. Käufer sollten prüfen, wer der tatsächliche Vertragspartner ist und welche Adresse im Impressum sowie in den Rücksendebedingungen genannt wird.
Rücksendung nach China kann teuer werden
Wer die mangelhafte oder abweichende Ware zurückschicken möchte, stellt möglicherweise erst nach der Lieferung fest, dass die Rücksendung nach China erfolgen soll. Die dafür anfallenden Versandkosten können einen erheblichen Teil des Kaufpreises ausmachen.
Einige Händler nennen zunächst keine Rücksendeadresse. Stattdessen bieten sie ihren Kunden eine teilweise Erstattung an, wenn diese das Dirndl behalten. Wird das erste Angebot abgelehnt, folgt häufig ein etwas höherer Erstattungsbetrag. Auf diese Weise versuchen die Anbieter, eine Rücksendung zu vermeiden.
So lassen sich unseriöse Trachtenshops erkennen
Die Verbraucherzentrale Bayern empfiehlt, vor einer Bestellung einige Punkte zu kontrollieren:
- Impressum überprüfen: Sind der vollständige Name des Unternehmens, eine nachvollziehbare Anschrift und Kontaktmöglichkeiten angegeben?
- Vertragspartner feststellen: Sitzt das Unternehmen tatsächlich in Deutschland oder nur vermeintlich in Bayern?
- Rücksendebedingungen lesen: Wohin muss die Ware bei einem Widerruf geschickt werden und wer trägt die Versandkosten?
- Zahlungsarten kontrollieren: Verlangt ein Shop ausschließlich Vorkasse, sollten Käufer besonders vorsichtig sein.
- Unabhängig recherchieren: Erfahrungen mit dem Anbieter sollten auch außerhalb der Shop-Seite gesucht werden. Bewertungen im Shop selbst können manipuliert sein.
- Rabatte kritisch prüfen: Extrem hohe Preisnachlässe, künstlicher Zeitdruck und angeblich geringe Restbestände sind mögliche Warnzeichen.
Fakeshop-Finder bietet kostenlose Prüfung
Zusätzliche Hilfe bietet der kostenlose Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale. Dort kann die Internetadresse eines Shops eingegeben und auf typische Auffälligkeiten überprüft werden.
Eine kurze Kontrolle vor der Bestellung kann verhindern, dass aus dem vermeintlichen Dirndl-Schnäppchen eine teure Enttäuschung wird.