Nach zwei Jahrzehnten an der Spitze der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe wurde Prof. Dr. med. Michael Weigel am Leopoldina-Krankenhaus feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Eine musikalisch umrahmte Feierstunde der Musikschule Schweinfurt würdigte sein langjähriges Wirken.
Prägende Persönlichkeit der Frauenklinik
In seinen 20 Jahren als Chefarzt hat Prof. Weigel die Entwicklung der Frauenklinik maßgeblich geprägt. Geschäftsführer Jürgen Winter sowie Oberbürgermeister Sebastian Remelé hoben insbesondere seine fachliche Kompetenz und seine herausragenden operativen Fähigkeiten hervor.
Sein Engagement habe nicht nur den überregionalen Ruf der Klinik gestärkt, sondern auch zahlreiche junge Mediziner geprägt.
Ausbau von Krebszentren und moderne Medizin
Unter seiner Leitung wurde das bereits 2005 gegründete Brustkrebszentrum kontinuierlich weiterentwickelt. Heute werden dort jährlich mehr als 300 Frauen mit Neuerkrankungen behandelt.
Zudem initiierte Prof. Weigel im Jahr 2009 die Erstzertifizierung des Gynäkologischen Krebszentrums. Neben der umfassenden Patientenversorgung setzte er auf moderne und schonende Operationsmethoden – zuletzt auch mithilfe roboterassistierter Verfahren.
Dabei stand für ihn stets das Wohl der Patientinnen im Mittelpunkt, wie die Leitende Oberärztin Dr. Elke Wiegand betonte.
Starke Entwicklung der Geburtshilfe
Auch die Geburtshilfe entwickelte sich unter seiner Führung entgegen dem allgemeinen Trend äußerst positiv. Gemeinsam mit der Klinik für Kinder und Jugendliche entstand ein Perinatalzentrum Level I zur optimalen Betreuung von Risikoschwangerschaften.
Der Kreißsaalbereich wurde modernisiert und erweitert – heute werden rund 1.700 Geburten jährlich betreut.
Engagement in Ausbildung und Medizin
Ein besonderes Anliegen war Prof. Weigel die Weiterbildung junger Ärztinnen und Ärzte. Insgesamt wurden während seiner Amtszeit 28 Fachärzte ausgebildet, viele davon sind heute in leitenden Positionen tätig.
Kollegen bescheinigten ihm ein außergewöhnlich breites Fachwissen und eine stets leitlinienorientierte Arbeitsweise.
Abschied mit Dank und Blick nach vorn
In seiner Abschiedsrede dankte Prof. Weigel seinem Team sowie den Patientinnen für das entgegengebrachte Vertrauen. Besonders hob er auch die Arbeit des Pflege- und Servicepersonals hervor.
„Ich bin froh und dankbar, dass Sie in unseren Patientinnen keine Fälle, sondern Menschen sehen“, sagte er.
Mit Blick auf die Zukunft zeigte er sich zufrieden: Mit Prof. Dr. Schrauder sei ein idealer Nachfolger gefunden worden, das Team sei stabil aufgestellt.
„Der Zeitpunkt zu gehen, ist jetzt optimal“, so Weigel zum Abschluss.
