Der 6. Januar ist in Bayern ein gesetzlicher Feiertag: Heilige Drei Könige. Für viele Menschen bedeutet der Tag nicht nur arbeitsfrei, sondern auch gelebte Tradition – vor allem durch die Sternsinger, die in diesen Tagen von Haus zu Haus ziehen.
Die Bedeutung von Heilige Drei Könige
Der Feiertag erinnert an die biblische Erzählung der Weisen aus dem Morgenland, die dem Stern von Bethlehem folgten, um das neugeborene Jesuskind zu besuchen. In der christlichen Überlieferung werden sie später als Caspar, Melchior und Balthasar bezeichnet. Sie brachten dem Kind Gold, Weihrauch und Myrrhe – Gaben mit symbolischer Bedeutung für Königtum, Göttlichkeit und Leid.

Theologisch steht der Tag für die Erscheinung Jesu vor der Welt: Nicht nur das Volk Israel, sondern alle Menschen sollen angesprochen sein.
Warum Kinder als Sternsinger unterwegs sind
Rund um den 6. Januar ziehen Kinder und Jugendliche als Sternsinger verkleidet von Haus zu Haus. Sie tragen oft Kronen, einen Stern und traditionelle Gewänder, singen Lieder und sprechen Segenswünsche.
Dabei sammeln sie Spenden für Kinder in Not – etwa für Bildungsprojekte, Gesundheitsversorgung oder Schutz vor Gewalt. Die Sternsingeraktion gilt als eine der größten Solidaritätsaktionen von Kindern für Kinder weltweit.
Was die Zeichen an den Haustüren bedeuten
Viele Haushalte tragen nach dem Besuch der Sternsinger eine besondere Aufschrift an der Tür oder am Türrahmen, zum Beispiel:
20 ✶ C ✶ M ✶ B ✶ 26
Diese Buchstaben stehen nicht – wie oft angenommen – nur für die Namen der drei Könige, sondern für den lateinischen Segensspruch:
„Christus mansionem benedicat“
(Christus segne dieses Haus)
Die Jahreszahl zeigt an, in welchem Jahr der Segen angebracht wurde. Der Eintrag soll Schutz, Frieden und Gottes Segen für die Bewohner bringen.
Ein Brauch mit Gemeinschaftscharakter
Auch unabhängig vom religiösen Hintergrund wird der Sternsingerbrauch vielerorts als Ausdruck von Gemeinschaft, Nächstenliebe und sozialem Engagement geschätzt. In vielen Gemeinden ist der Besuch der Sternsinger ein fester Bestandteil des Jahresbeginns.
Der Feiertag Heilige Drei Könige verbindet damit Glauben, Tradition und soziales Handeln – und prägt bis heute das Bild vieler Orte in der Region.