Das Wahljahr des Bayerischer Fußball-Verband (BFV) ist nach Ober- und Niederbayern nun auch in Unterfranken gestartet. In der Mainlandhalle Höchberg haben 179 Delegierte beim Kreistag Würzburg die Weichen für die kommenden Jahre gestellt und dabei auf Kontinuität gesetzt: Der bisherige Kreis-Vorsitzende Marco Göbet wurde in seinem Amt bestätigt.
Der 50-jährige Rimparer geht damit in seine vierte Amtszeit an der Spitze des Fußball-Kreises Würzburg. Insgesamt stehen im Freistaat im Rahmen des BFV-Wahljahres 22 Kreistage, sieben Bezirkstage sowie der 27. Ordentliche Verbandstag Anfang Mai 2026 auf dem Programm. In Mainfranken folgen am Wochenende weitere Kreistage in Aschaffenburg (Freitag, ab 19 Uhr), Schweinfurt (Samstag, ab 10 Uhr) und Rhön (Sonntag, ab 10 Uhr).
Führungsmannschaft bestätigt
Im Mittelpunkt des Kreistags stand die Wahl der Führungsriege auf Kreisebene. Neben Marco Göbet wurden auch Claus Höpfner als Kreis-Jugendleiter sowie Angelina Göbel als Kreis-Beauftragte für den Frauen- und Mädchenfußball einstimmig wiedergewählt.
Als neuer Kreis-Schiedsrichterobmann wurde Gerd Dluczek bestätigt, der von den Schiedsrichtergruppen als Nachfolger von Marcel Scherer vorgeschlagen worden war. Komplettiert werden soll der Kreisausschuss erneut durch Werner Pfeifer (Kreis-Sportgerichts-Vorsitzender) und Helmut Wittiger (Kreis-Ehrenamtsbeauftragter). Die entsprechenden Berufungsvorschläge gehen nun an das BFV-Präsidium.
BFV-Präsident Kern: Ehrenamt und Kinderfußball im Fokus
Mit Christoph Kern war auch der BFV-Präsident in Höchberg vor Ort. In seiner Rede hob er insbesondere die Bedeutung des Ehrenamts und das gesellschaftliche Engagement des Amateurfußballs hervor. Zudem thematisierte er den historischen Schulterschluss mit den bayerischen Profiklubs und die daraus entstandene Kinderfußball-Allianz.
„Die Anmeldezahlen bei den ganz Kleinen sind bayernweit überragend“, erklärte Kern. Ziel sei es nun, diesen Kindern dauerhaft gute Rahmenbedingungen zu bieten. Gemeinsam mit den Vereinen der 1. und 2. Bundesliga sowie der 3. Liga habe der BFV eine Allianz gegründet, um kostenlose Ausbildungen für Kindertrainerinnen und -trainer anzubieten – ein historischer Schritt in der fast 80-jährigen Geschichte des Verbandes.
Kreis-Reform in Unterfranken angekündigt
Ein zentrales Zukunftsthema sprach Jürgen Pfau, Bezirks-Vorsitzender und BFV-Vizepräsident, an: Für die kommenden vier Jahre kündigte er einen neuen Zuschnitt der aktuell vier unterfränkischen Fußball-Kreise an. Maßgeblich sei die Anzahl der Herren-Mannschaften im aufstiegsberechtigten Spielbetrieb – mindestens 100 Teamsseien laut Satzung erforderlich, um einen eigenständigen Kreis zu bilden.
Während Würzburg (132) und Schweinfurt (125) stabil über dieser Marke liegen, ist der Kreis Rhön mit 89 Mannschaften bereits darunter, Aschaffenburg liegt aktuell bei 101 Teams. Ziel sei eine zukunftsfähige Lösung, die gemeinsam mit den Vereinen erarbeitet werden soll. Für das Jahr 2028 ist dazu ein außerordentlicher Bezirkstag geplant.
Klare Meinungsbilder zum Spielbetrieb
Wie in den Wahljahren 2010, 2014, 2018 und 2022 gaben die Delegierten erneut Meinungsbilder zu möglichen Reformen im Spielbetrieb ab. Diese sind nicht bindend, können aber über die Bezirkstage in den Verbandstag eingebracht werden.
Dabei sprachen sich:
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92,7 Prozent für die Beibehaltung der Verlängerung bei Entscheidungs- und Relegationsspielen aus,
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81,6 Prozent gegen eine automatische Sperre nach Gelb-Rot,
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65 Prozent für die Abschaffung der Zeitstrafe im Erwachsenen- und Jugendbereich unter den neuen DFB-Vorgaben.
Auszeichnung für den SV Birkenfeld
Ein weiterer Höhepunkt des Kreistags war die Auszeichnung des SV Birkenfeld, der beim DFB-Punktespiel den Platin-Status erreichte. BFV-Präsident Christoph Kern, Vizepräsident Jürgen Pfau und Kreis-Vorsitzender Marco Göbet überreichten dem Verein ein hochwertiges Platin-Technikpaket mit Großbildschirm, Beamer und Lautsprecher – als Anerkennung für herausragendes ehrenamtliches Engagement.
