Unter den beseitigten Kampfmitteln befanden sich insgesamt 28 Blindgänger alliierter Spreng- und Splitterbomben. Noch immer werden nach Angaben des Innenministeriums beinahe täglich alte Kampfmittel im bayerischen Boden entdeckt.

Die Funde erfolgen unter anderem bei Bauarbeiten, durch spezialisierte Fachfirmen oder zufällig bei Freizeitaktivitäten. Besonders betroffen sind Regionen, die während des Zweiten Weltkriegs im Mittelpunkt alliierter Bombenangriffe standen.
Niedrige Wasserstände erhöhen die Gefahr
Auch die anhaltende Wasserknappheit kann nach Einschätzung des Innenministeriums dazu führen, dass bislang unentdeckte Kampfmittel sichtbar werden. Sinkende Wasserstände legen Bereiche frei, die zuvor von Wasser und Sediment bedeckt waren. Dadurch können alte Bomben, Granaten oder Munition an die Oberfläche gelangen.
Innenminister Herrmann warnt davor, solche Fundstücke anzufassen oder eigenständig zu bewegen. Wer vermeintliche Munition oder andere verdächtige Gegenstände entdeckt, soll umgehend die Polizei verständigen. Diese nimmt anschließend Kontakt mit den Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes auf.
Auch Eltern sollten ihre Kinder über die möglichen Gefahren aufklären. Selbst stark verrostete oder unscheinbar wirkende Munition kann weiterhin explosiv und lebensgefährlich sein.
Verdachtsfälle vor Bauarbeiten überprüfen
Grundstückseigentümer und Bauherren müssen vor Eingriffen in den Boden einem konkreten Verdacht auf möglicherweise vorhandene Bomben oder Munition nachgehen. Falls erforderlich, müssen sie eine Fachfirma mit der Suche und Bergung beauftragen.
Aufgefundene Kampfmittel werden anschließend dem staatlichen Kampfmittelbeseitigungsdienst zur fachgerechten Entsorgung übergeben.
Die Kosten für die Beseitigung und Entsorgung durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst trägt der Freistaat Bayern. Im Jahr 2025 wurden dafür knapp 1,9 Millionen Euro eingesetzt.