Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Leopoldina-Krankenhaus in Schweinfurt blickt auf 20 Jahre zurück. In dieser Zeit hat sich die Einrichtung zu einem wichtigen Bestandteil der psychiatrischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen im nördlichen Unterfranken entwickelt.
Der Versorgungsauftrag reicht dabei weit über die Stadtgrenzen Schweinfurts hinaus. Zuständig ist die Klinik für die Stadt Schweinfurt sowie die Landkreise Schweinfurt, Haßberge, Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen.
Ambulante, tagesklinische und stationäre Behandlung
Die Schweinfurter Kinder- und Jugendpsychiatrie verfügt heute über unterschiedliche Möglichkeiten zur Behandlung junger Patienten.
Zur Klinik gehören eine Institutsambulanz, zwei Tageskliniken sowie zwei Stationen. Insgesamt stehen 18 stationäre Betten und weitere 18 Tagesklinikplätze zur Verfügung.
Behandelt werden Kinder und Jugendliche mit Erkrankungen und Störungsbildern aus dem gesamten kinder- und jugendpsychiatrischen Spektrum.
Dabei setzt die Klinik auf ein multiprofessionelles Behandlungskonzept. Neben Ärzten und Pflegekräften arbeiten unterschiedliche therapeutische Berufsgruppen zusammen. Zum Einsatz kommen unter anderem verhaltenstherapeutische, systemische und psychodynamische Ansätze sowie kreativ- und körperorientierte Therapieverfahren.
Rund 1.100 ambulante und teilstationäre Behandlungen pro Jahr
Die Bedeutung der Einrichtung für die Region zeigt sich auch an den Behandlungszahlen. Nach Angaben des Leopoldina werden jährlich rund 120 Patienten stationär behandelt. Hinzu kommen etwa 80 Behandlungsfälle in den Tageskliniken.
Besonders groß ist die Bedeutung der Institutsambulanz: Dort werden pro Jahr rund 900 ambulante Behandlungsfälle verzeichnet.
Damit kommt die Kinder- und Jugendpsychiatrie auf eine erhebliche Zahl von Kontakten und Behandlungen für junge Menschen und deren Familien aus der gesamten Region Main-Rhön.
Familie und Schule werden einbezogen
Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung ist die Zusammenarbeit mit Eltern und anderen Bezugspersonen. Nach der Diagnostik werden gemeinsam mit den jungen Patienten und ihren Sorgeberechtigten individuelle Lösungs- und Behandlungswege entwickelt.
Auch die schulische Entwicklung soll während einer Behandlung nicht aus dem Blick geraten. Schulpflichtige Patienten können während ihres stationären Aufenthalts oder einer tagesklinischen Behandlung die Schule für Kranke besuchen.
Der Unterricht wird dabei an die individuellen Möglichkeiten der Kinder und Jugendlichen angepasst und mit den jeweiligen Stammschulen abgestimmt. Ziel ist es, größere Lernrückstände während einer längeren Behandlung möglichst zu vermeiden.
Spezielle Angebote für jüngere Kinder
Eine Besonderheit des Schweinfurter Angebots ist die Behandlung sehr junger Kinder. In der sogenannten Bambini-Tagesklinik stehen sechs Plätze für Kinder vor dem Schuleintritt zur Verfügung.
Weitere zwölf Plätze bietet die Kids-Tagesklinik für Kinder nach dem Schuleintritt. Darüber hinaus verfügt die Klinik über spezielle Angebote für Jugendliche.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Elternarbeit. Unter anderem kommen dabei international etablierte Therapie- und Trainingsansätze zum Einsatz.
Wichtige Einrichtung für die Region Main-Rhön
Kinder- und jugendpsychiatrische Erkrankungen stellen nicht nur die Betroffenen selbst, sondern häufig ganze Familien vor große Herausforderungen. Eine wohnortnahe fachärztliche und therapeutische Versorgung ist deshalb von besonderer Bedeutung.
Nach 20 Jahren ist die Kinder- und Jugendpsychiatrie des Leopoldina-Krankenhauses aus der medizinischen Versorgung der Region kaum noch wegzudenken. Ihr Einzugsgebiet umfasst fünf Gebietskörperschaften im nördlichen Unterfranken und damit einen großen Teil der Region Main-Rhön.
