Beim Jahresempfang des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) am 9. Oktober 2026 im Würzburger Kulturspeicher stand der Führungswechsel unter dem Motto „Schichtwechsel“. Der neue Regionsgeschäftsführer Björn Wortmann stellte seine Schwerpunkte für die künftige Gewerkschaftsarbeit in Unterfranken vor.
Sein Ziel sei eine Region, in der Menschen gut leben und arbeiten können. Dazu gehörten sichere Arbeitsplätze, berufliche Perspektiven für junge Menschen und eine funktionierende öffentliche Daseinsvorsorge.
„Der DGB-Unterfranken wird sich immer für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, Respekt und Wertschätzung einsetzen“, erklärte Wortmann.
Industriestandort Schweinfurt im Mittelpunkt
Ein besonderer Schwerpunkt seiner künftigen Arbeit liegt auf der Sicherung der Industriearbeitsplätze in Unterfranken. Wortmann fordert ein klares Bekenntnis zum Industriestandort – von der Zuliefer- und Wälzlagerindustrie in Schweinfurt bis zum Maschinen- und Anlagenbau am Untermain.
Angesichts des wirtschaftlichen und technologischen Wandels sieht der neue DGB-Regionsgeschäftsführer insbesondere den Freistaat Bayern in der Verantwortung. Regionale Transformationsnetzwerke müssten langfristig und verlässlich finanziert werden.
Gleichzeitig fordert Wortmann eine verbindliche Beteiligung der Gewerkschaften sowie der Betriebs- und Personalräte an den Veränderungsprozessen.
„Der Wandel der Arbeit betrifft alle Branchen. Mitbestimmung ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Transformation in der Region Unterfranken“, betonte Wortmann.
Höhere Löhne sollen regionale Wirtschaft stärken
Neben der Industriepolitik setzt sich Wortmann für eine stärkere Tarifbindung ein. Aus Sicht des DGB profitieren davon nicht nur die Beschäftigten, sondern auch die regionale Wirtschaft.
Höhere Löhne würden die Kaufkraft vor Ort erhöhen und damit auch die wirtschaftliche Entwicklung in Städten und Gemeinden unterstützen.
Wortmann fordert deshalb, öffentliche Aufträge stärker an soziale und ökologische Kriterien zu knüpfen. Gleichzeitig warnt er davor, angesichts angespannter kommunaler Haushalte weitere Einschnitte bei öffentlichen Leistungen vorzunehmen.
Ein leistungsfähiger öffentlicher Dienst und funktionierende soziale Sicherungssysteme seien wesentliche Voraussetzungen für eine stabile Gesellschaft.
Frank Firsching nach 24 Jahren verabschiedet
Im Mittelpunkt des Jahresempfangs stand auch die Verabschiedung des bisherigen DGB-Regionsgeschäftsführers Frank Firsching. Nach 24 Jahren an der Spitze des DGB Unterfranken übergab er die Verantwortung an Björn Wortmann.
Der Vorsitzende des DGB Bayern, Bernhard Stiedl, würdigte Firschings langjährigen Einsatz für die Interessen der Beschäftigten und seine klare gewerkschaftliche Haltung.
Seinem Nachfolger wünschte Stiedl viel Erfolg und betonte seine Vorfreude auf die künftige Zusammenarbeit.
DGB will gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern
Wortmann hob zudem die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements hervor. Rund 800 gewerkschaftlich Aktive übernehmen in Unterfranken ehrenamtlich Verantwortung, unter anderem in der sozialen Selbstverwaltung, bei Gerichten sowie in verschiedenen Ausschüssen und Gremien.
Auch die Arbeit der Bündnisse gegen Rechts würdigte der neue Regionsgeschäftsführer.
Für die Zusammenarbeit mit Politik, Verbänden und gesellschaftlichen Organisationen kündigte Wortmann einen gesprächsbereiten, aber auch kritischen Kurs an.
„Wir werden nicht immer bequem sein. Aber wir werden immer gesprächsbereit sein und lösungsorientiert arbeiten“, erklärte er.
Der DGB Unterfranken werde weiterhin parteipolitisch unabhängig bleiben und sich zugleich konsequent für die Interessen der Beschäftigten einsetzen.
