Vertreter der Stadtwerke Schweinfurt und Oberbürgermeister Ralf Hofmann vor der neuen Photovoltaikanlage zur klimafreundlichen Wasserversorgung.
Die Stadtwerke Schweinfurt setzen auf Solarstrom für die Wasserversorgung. Vor der neuen Photovoltaikanlage stehen (von links) Peter Göb, Andreas Göb, Oberbürgermeister Ralf Hofmann, Thomas Kästner und Jochen Röll. Foto: Stefan Saffert / Stadtwerke Schweinfurt GmbH

Stadtwerke Schweinfurt setzen auf Solarstrom: Neue Photovoltaikanlage sichert Wasserversorgung

Schweinfurt - Rund 95.000 Kilowattstunden Solarstrom jährlich sollen künftig die Wasserversorgung unterstützen. Mit einer neuen Photovoltaikanlage setzen die Stadtwerke Schweinfurt einen weiteren Teil ihres bundesweit ausgezeichneten Zukunftskonzepts um. Gleichzeitig soll die Anlage dazu beitragen, die Trinkwasserversorgung bei längeren Stromausfällen widerstandsfähiger zu machen.

Die Stadtwerke Schweinfurt haben eine neue Photovoltaikanlage zur Stromversorgung ihrer Wasserinfrastruktur in Betrieb genommen. Mit einer Leistung von rund 100 Kilowatt soll die Anlage jährlich etwa 95.000 Kilowattstunden Strom aus Sonnenenergie erzeugen.

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Der erzeugte Solarstrom wird vorrangig für den Betrieb der Wasserpumpen verwendet. Überschüssige Energie kann gespeichert oder in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Damit möchten die Stadtwerke ihre Abhängigkeit von externen Stromlieferungen reduzieren und die Trinkwasserversorgung langfristig klimafreundlicher gestalten.

Das Projekt ist Bestandteil des bundesweit ausgezeichneten Konzepts „Klimaneutrale Wasserversorgung in Mainfranken“.

Solarstrom direkt für die Trinkwasserversorgung nutzen

Für die Gewinnung, Speicherung und Verteilung von Trinkwasser benötigen die Stadtwerke kontinuierlich elektrische Energie. Besonders die Pumpanlagen, die Wasser fördern und in Hochbehälter transportieren, sind auf eine zuverlässige Stromversorgung angewiesen.

Die neue Photovoltaikanlage soll einen Teil dieses Energiebedarfs unmittelbar vor Ort decken.

Auf einer Fläche von rund 600 Quadratmetern wurden Solarmodule in Ost-West-Richtung installiert. Die verwendete Unterkonstruktion ermöglicht es, den vorhandenen Bewuchs unter den Modulen weitgehend zu erhalten. Auch die Pflege der Fläche ist weiterhin möglich.

Dadurch können die Stadtwerke eine bereits bestehende Betriebsfläche zusätzlich für die Erzeugung erneuerbarer Energie nutzen.

„Mit der neuen Anlage setzen wir einen weiteren sichtbaren Bestandteil unseres ausgezeichneten Konzepts praktisch um. Wir erzeugen erneuerbaren Strom direkt für unsere Wasserversorgung und nutzen vorhandene Flächen mehrfach“, erklärt Andreas Göb, Prokurist der Stadtwerke Schweinfurt.

Ausgezeichnetes Energiekonzept wird Schritt für Schritt umgesetzt

Die neue Solaranlage ist Teil eines umfassenderen Vorhabens. Für ihr Konzept „Klimaneutrale Wasserversorgung in Mainfranken“ erhielten die Stadtwerke Schweinfurt den bundesweit vergebenen STADTWERKE AWARD.

Dabei setzte sich das Projekt nach Unternehmensangaben gegen rund 60 Bewerber durch und gehörte zu den sechs Finalisten.

Im Mittelpunkt des Konzepts steht die Verbindung von erneuerbarer Energie, intelligenter Steuerung und einer zuverlässigen Trinkwasserversorgung.

Künftig sollen die verschiedenen Anlagen so miteinander vernetzt werden, dass energieintensive Prozesse möglichst dann stattfinden, wenn ausreichend erneuerbarer Strom zur Verfügung steht.

Eine wichtige Rolle spielen dabei die vorhandenen Hochbehälter. Sie speichern das geförderte Trinkwasser und ermöglichen es, die Laufzeiten der Pumpen besser an die Solarstromerzeugung anzupassen.

Zusätzliche Batteriespeicher sollen überschüssigen Strom aufnehmen und bei Bedarf wieder bereitstellen.

Wasserversorgung auch bei längerem Stromausfall stärken

Neben dem Klimaschutz verfolgen die Stadtwerke mit dem Projekt ein weiteres Ziel: die Erhöhung der Versorgungssicherheit.

Die Trinkwasserversorgung zählt zur kritischen Infrastruktur. Ein länger andauernder Ausfall des öffentlichen Stromnetzes kann deshalb erhebliche Auswirkungen auf den Betrieb der Wasseranlagen haben.

Die neue Photovoltaikanlage ist nach Angaben der Stadtwerke so in das technische Versorgungskonzept eingebunden, dass die zugehörige Anlage bei einem längeren Stromausfall mithilfe des selbst erzeugten Solarstroms vorübergehend unabhängig vom öffentlichen Stromnetz betrieben werden kann.

Damit soll die Energieversorgung der Wasserinfrastruktur auch in außergewöhnlichen Situationen unterstützt werden. Eine vollständige Unabhängigkeit der gesamten Trinkwasserversorgung vom Stromnetz ist damit allerdings nicht verbunden.

„Eine zuverlässige Trinkwasserversorgung gehört zu den wichtigsten Aufgaben der kommunalen Daseinsvorsorge. Mit der neuen Photovoltaikanlage verbinden die Stadtwerke Klimaschutz mit einer modernen und widerstandsfähigen Infrastruktur“, betont Oberbürgermeister Ralf Hofmann, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke ist.

Besondere Herausforderungen durch Trockenheit in Mainfranken

Die langfristige Sicherung der Trinkwasserversorgung besitzt gerade in Mainfranken eine hohe Bedeutung.

Die Region gehört zur sogenannten fränkischen Trockenplatte und zählt zu den niederschlagsarmen Gebieten Bayerns. Längere Trockenperioden und steigende Anforderungen an die Versorgungssicherheit stellen die Wasserversorger vor zusätzliche Herausforderungen.

Das neue Energiekonzept soll deshalb nicht nur den Einsatz erneuerbarer Energien erhöhen, sondern auch einen effizienteren Betrieb der bestehenden Infrastruktur ermöglichen.

Durch die Kombination aus Photovoltaik, Batteriespeichern, Wasserhochbehältern und digitaler Steuerung möchten die Stadtwerke den Energieeinsatz langfristig optimieren.

Stadtwerke wollen Wasserversorgung langfristig klimaneutral gestalten

Mit der Inbetriebnahme der neuen Photovoltaikanlage haben die Stadtwerke einen weiteren Baustein ihres Zukunftskonzepts umgesetzt.

Geschäftsführer Thomas Kästner sieht darin einen wichtigen Schritt: „Mit der neuen Photovoltaikanlage setzen wir einen wichtigen Baustein dieses prämierten Konzepts konsequent in die Praxis um und stärken gleichzeitig die Versorgungssicherheit für die Region.“

Langfristig verfolgen die Stadtwerke das Ziel, einen zunehmenden Anteil des Energiebedarfs ihrer Wasserversorgung durch erneuerbare Energien zu decken.

Die neue Anlage zeigt dabei, wie vorhandene kommunale Flächen für die Stromerzeugung genutzt und technische Einrichtungen durch moderne Speicher- und Steuerungssysteme ergänzt werden können.

Ob und in welchem Umfang die angestrebten Einsparungen und Verbesserungen der Versorgungssicherheit erreicht werden, wird sich im laufenden Betrieb zeigen.

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