Unternehmensbesuch bei der ANT GmbH in Schweinfurt: Markus Holle, Hans Szczecina, Dr. Anna Barbara Keck und Viktor Ortel vor einer technischen Prüfanlage.
Unternehmensbesuch bei der ANT GmbH Antriebstechnik in Schweinfurt: Von links Markus Holle (Wirtschaftsförderer), Hans Szczecina (Gründer der ANT GmbH), Dr. Anna Barbara Keck (Wirtschafts- und Finanzreferentin) und Viktor Ortel (Geschäftsführer der ANT GmbH). Foto: Jürgen Hägele

Schweinfurter Unternehmen ANT investiert in neue Technik und fordert weniger Bürokratie

Schweinfurt - Die wirtschaftlich angespannte Lage macht auch vor spezialisierten Industrieunternehmen in Schweinfurt nicht halt. Die ANT GmbH Antriebstechnik spürt die schwierigen Rahmenbedingungen, setzt aber bewusst auf Investitionen in moderne Fertigungstechnologien. Bei einem Unternehmensbesuch der Stadt Schweinfurt machte Geschäftsführer Viktor Ortel deutlich, welche Herausforderungen den Betrieb beschäftigen und warum insbesondere die zunehmende Bürokratie aus seiner Sicht zum Problem wird.

Stadt Schweinfurt informiert sich über wirtschaftliche Entwicklung

Wirtschafts- und Finanzreferentin Dr. Anna Barbara Keck und Markus Holle, Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung, besuchten die ANT GmbH Antriebstechnik, um sich über die aktuelle Geschäftsentwicklung und die Zukunftsperspektiven des Unternehmens zu informieren.

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Empfangen wurden die Vertreter der Stadt von Geschäftsführer Viktor Ortel, Betriebsleiter Marcus Kolb, Unternehmensgründer Hans Szczecina sowie Jürgen Hägele, Vertreter der Gesellschafter und Prokurist.

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die wirtschaftliche Situation, technische Innovationen und die Rahmenbedingungen für produzierende Unternehmen am Industriestandort Schweinfurt.

ANT investiert trotz schwieriger Wirtschaftslage

Die ANT GmbH wurde 1991 als Handelsunternehmen gegründet. Seit 1995 konzentriert sich der Betrieb auf die Entwicklung und Fertigung individueller Lösungen im Bereich der Antriebstechnik.

Zum Leistungsspektrum gehören die technische Beratung, die kundenspezifische Auslegung von Antriebslösungen sowie die Fertigung und Bearbeitung verschiedener Komponenten und Systeme. Dabei produziert das Unternehmen häufig Kleinserien, teilweise aber auch Einzelanfertigungen.

Auch die ANT GmbH bekommt die angespannte wirtschaftliche Situation in Deutschland und am Standort Schweinfurt zu spüren.

Dennoch investiert das Unternehmen gezielt in seine technische Leistungsfähigkeit. Bereits im Frühjahr wurde eine spezielle Prüfanlage angeschafft.

Nach Angaben von Geschäftsführer Viktor Ortel ist ANT damit deutschlandweit der erste Hersteller, der nach einer Bosch-Rexroth-Zertifizierung Kugelgewindetriebe bearbeitet und vorspannt.

Die nächste Investition steht bereits bevor: Im Januar 2027 soll eine neue CNC-Drehmaschine mit sechs Achsen in der Fertigung installiert werden.

Damit will das Unternehmen seine Fertigungsmöglichkeiten erweitern und seine Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Geschäftsführer kritisiert zunehmende Bürokratie

Neben der wirtschaftlichen Entwicklung sprach Geschäftsführer Viktor Ortel beim Unternehmensbesuch auch die Belastungen durch gesetzliche und administrative Vorgaben an.

Insbesondere die Vielzahl an Dokumentationspflichten, Produktkonformitätserklärungen und statistischen Meldungen stellt aus seiner Sicht eine zunehmende Herausforderung dar.

Dazu gehören unter anderem Anforderungen im Zusammenhang mit RoHS, REACH und PFAS sowie Verpackungsvorschriften und statistische Erhebungen.

Ortel fordert deshalb von der Politik eine deutliche Reduzierung der bürokratischen Anforderungen.

„Hier entstehen Kosten, für die kein Kunde bereit ist, zu zahlen“, erklärte der Geschäftsführer.

Gerade für spezialisierte mittelständische Unternehmen bedeuten zusätzliche Verwaltungsaufgaben einen Aufwand, der neben der eigentlichen Entwicklung und Fertigung bewältigt werden muss.

Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen

Ein weiterer Bestandteil der Unternehmensstrategie ist die Zusammenarbeit mit anderen Betrieben aus der Region.

Dazu gehört beispielsweise die Kooperation mit der SCHEBA Elektromaschinenbau GmbH aus Schweinfurt.

Durch solche Partnerschaften und die kontinuierliche Weiterentwicklung der eigenen Fertigungskompetenzen will ANT seine technische Leistungsfähigkeit ausbauen.

Die gefertigten Antriebslösungen kommen in unterschiedlichen Branchen und industriellen Anwendungen zum Einsatz. Im Mittelpunkt stehen dabei individuelle Kundenanforderungen, technische Präzision und Qualität.

Stadt betont Bedeutung spezialisierter Industriebetriebe

Wirtschafts- und Finanzreferentin Dr. Anna Barbara Keck würdigte bei dem Besuch die Bedeutung des Unternehmens für den Wirtschaftsstandort.

„Die ANT GmbH steht beispielhaft für die technische Kompetenz und industrielle Stärke, die den Wirtschaftsstandort Schweinfurt prägen. Gerade spezialisierte Unternehmen mit ihrem besonderen Know-how sind ein wichtiger Bestandteil unserer regionalen Wirtschaftsstruktur“, erklärte Keck.

Auch Wirtschaftsförderungsleiter Markus Holle hob die Bedeutung solcher Unternehmen hervor.

„Unternehmen wie die ANT GmbH zeigen, wie wichtig technische Expertise und eine enge Kundenorientierung für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie sind“, sagte Holle.

Der direkte Austausch mit den Betrieben sei für die Wirtschaftsförderung wichtig, um Herausforderungen frühzeitig zu erkennen und die wirtschaftliche Entwicklung am Standort zu begleiten.

Industriestandort Schweinfurt steht vor Herausforderungen

Der Unternehmensbesuch verdeutlicht, dass auch spezialisierte Betriebe abseits der großen Industriekonzerne mit den schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen konfrontiert sind.

Während die ANT GmbH mit Investitionen in neue Maschinen und Fertigungstechnologien auf die Herausforderungen reagiert, sieht die Geschäftsführung insbesondere beim Bürokratieabbau politischen Handlungsbedarf.

Die Stadt Schweinfurt will ihre regelmäßigen Unternehmensbesuche fortsetzen. Ziel ist es, die Anliegen der Betriebe direkt kennenzulernen und die Rahmenbedingungen für Innovation, wirtschaftliche Entwicklung und Beschäftigung weiterzuentwickeln.

Für den Industriestandort Schweinfurt spielen dabei nicht nur die großen Arbeitgeber, sondern auch spezialisierte mittelständische Unternehmen wie die ANT GmbH eine wichtige Rolle.

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