Zwei Hände verdecken das Gesicht einer Person und symbolisieren Hilflosigkeit und seelische Belastung in einer psychischen Krisensituation.

Bayern mit dichtem Hilfenetz für Menschen in Krisen – Gutachten vorgestellt

Region -

Das Hilfesystem für Menschen in psychischen Krisensituationen ist in Bayern eng vernetzt und auf unterschiedliche Bedarfe abgestimmt. Das zeigt ein neues Gutachten zur psychischen Krisen- und Notfallversorgung, das das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) veröffentlicht hat.

Gesundheitsministerin Judith Gerlach betonte die zentrale Rolle der Krisendienste Bayern, die rund um die Uhr telefonisch erreichbar sind und bundesweit als vorbildlich gelten:

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„Das Gutachten zeigt, dass Bayern über vielfältige und differenzierte Hilfeangebote verfügt. Kompetente Beratung, therapeutische Versorgung und niedrigschwellige Anlaufstellen sorgen dafür, dass Betroffene die Unterstützung erhalten, die sie benötigen.“

Sensibilisierung und Entstigmatisierung wichtig

Gerlach unterstrich die Bedeutung, psychische Gesundheit stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken:

„Es ist mir ein großes Anliegen, weiter zu sensibilisieren und die Entstigmatisierung psychisch erkrankter Menschen voranzubringen.“

Der Masterplan Prävention des Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention soll psychische Gesundheit künftig noch stärker in den Fokus rücken.

Gezielte Maßnahmen und regionale Unterschiede

Laut dem Gutachten ist die Notfall- und Akutversorgung insbesondere in städtischen Regionen gut ausgebaut. Menschen in ländlichen Gebieten stoßen dagegen teils auf längere Anfahrtswege, etwa in Niederbayern, Unterfranken und Schwaben.

LGL-Präsident Prof. Christian Weidner betonte die Wichtigkeit eines gut koordinierten Systems:

„Nur durch eine systematische Erfassung und Vernetzung der Angebote können wir sicherstellen, dass niemand in Bayern in einer psychischen Krise allein bleibt.“

2024 wurden in Bayern 1.736 Suizide registriert – ein leichter Rückgang gegenüber 2022, doch die Zahl bleibt hoch. Bayern will daher weitere Maßnahmen ergreifen, um die Akutversorgung noch effizienter und transparenter zu gestalten und Zugangsbarrieren abzubauen.

Breites Netzwerk an Hilfsangeboten

Neben den Krisendiensten zählen unter anderem Hausärztinnen und Hausärzte, Psychiatrische Institutsambulanzen (PIA) sowie Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie zu den zentralen Anlaufstellen. Ergänzend spielen Sozialberatung, Erziehungs- und Familienberatungsstellen eine wichtige Rolle im Übergang zu weiterführender Unterstützung.

Das Gutachten wurde 2023 durch das LGL in Auftrag gegeben und vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention gefördert. Die wissenschaftliche Auswertung übernahm das WIG2 Institut.

Weiterführende Informationen:

Hilfe bei psychischen Krisen (Webseite der Krisendienste Bayern)

„Ein Wir ist stärker als ein Ich!“ (Ausstellung zur Entstigmatisierung von psychischen Erkrankungen)

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