Im Rathaus der Stadt Schweinfurt hat am Mittwoch, 11. März, ein Workshop zum Projekt „AI Gigafactory in Bayern“stattgefunden. Hintergrund ist die Bewerbung für die Ansiedlung einer europäischen KI-Gigafactory in Bayern beziehungsweise Deutschland. Als möglicher Standort für ein großes Rechenzentrum werden dabei die Conn Barracksin Betracht gezogen.
Der Freistaat Bayern hatte bereits im Jahr 2025 unter dem Projektnamen „Blue Swan“ eine Interessenbekundung bei der EU-Kommission eingereicht.
Austausch zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft
Zu dem Workshop eingeladen hatten das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie sowie der Zweckverband Interkommunaler Gewerbepark Conn Barracks. Unterstützt wurde die Veranstaltung von Stadt und Landkreis Schweinfurt sowie Partnern aus Forschung und Wirtschaft, darunter das Leibniz-Rechenzentrum, Investa, BAIOSPHERE und das Fraunhofer IIS.
Der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume, wurde digital zugeschaltet.
Hubert Aiwanger, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, nahm persönlich an der Veranstaltung teil.
„Leistungsfähige Rechenzentren sind heute das Rückgrat unserer digitalen Welt. Ohne sie gibt es keine Cloud, keine Künstliche Intelligenz und keine Industrie 4.0“, betonte Aiwanger. Rechenzentren seien künftig ähnlich wichtig wie Straßen, Schienen oder Stromleitungen. Wer hier zurückfalle, riskiere Innovation, Arbeitsplätze und Wohlstand.

KI-Anwendungen für Wirtschaft und Gesellschaft
Der Workshop diente vor allem der fachlichen Abstimmung mit regionalen und überregionalen Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft. Im Mittelpunkt standen mögliche Anwendungsfelder für Künstliche Intelligenz, insbesondere für den Mittelstand.
Diskutiert wurden unter anderem Einsatzmöglichkeiten in den Bereichen:
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Robotik
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Finanzwirtschaft
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Mobilität
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Produktion
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Gesundheit
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Sicherheit und Verteidigung
Impulsvorträge zum Thema KI hielten Prof. Dr. Jan Schmitt (THWS), Dr. Michael Klimke (BAIOSPHERE) und Prof. Dr. Bernhard Grill (Fraunhofer IIS). Das Projekt „Blue Swan“ stellten Prof. Dr. Dieter Kranzlmüller vom Leibniz-Rechenzentrum sowie Tonio Rost von Investa vor.
In drei Arbeitsgruppen – „Industrie, Bau & Dienstleistungen“, „Technologie, Forschung & Start-ups“ sowie „Öffentliche Hand, Standortentwicklung & Multiplikatoren“ – wurden außerdem konkrete Inhalte für die Bewerbung um die KI-Gigafactory erarbeitet.
Große Chance für die Region Schweinfurt
Für die Region Schweinfurt könnte ein solches Rechenzentrum eine bedeutende Zukunftsperspektive darstellen. Oberbürgermeister Sebastian Remelé und Landrat Florian Töpper sehen darin eine große Chance für Stadt und Landkreis.
Gemeinsam mit den Gemeinden Niederwerrn und Geldersheim, die im Zweckverband Conn Barracks zusammengeschlossen sind, wolle man sich aktiv um die Ansiedlung der Gigafactory bemühen.
Neben der zentralen Lage in Deutschland mit guter Verkehrsanbindung spreche auch die vorhandene Netzinfrastruktur für den Standort. Die Umspannwerke in Grafenrheinfeld und Bergrheinfeld gelten als wichtiger Vorteil für ein solches Großprojekt.
„Die Region Schweinfurt ist bereit, Zukunftszentrum zu werden“, erklären Remelé und Töpper.
Entscheidung der EU wird erwartet
Die finale Bewerbung soll eingereicht werden, sobald die EU-Kommission den offiziellen Förderaufruf veröffentlicht. Dieser wird in den kommenden Wochen erwartet.
Sollte die Region Schweinfurt den Zuschlag erhalten, könnte auf dem Gelände der ehemaligen Conn Barracks eines der bedeutendsten KI-Rechenzentren Europas entstehen.
