Die Freiwillige Feuerwehr Werneck zeigt, dass Tradition und Digitalisierung hervorragend zusammenpassen. Mit einem innovativen Projekt hat ein kleines Team der Wehr innerhalb weniger Wochen die Verwaltung sowie den Zugang zum Gerätehaus modernisiert – und setzt damit neue Maßstäbe für ehrenamtliche Organisationen.
Während IT-Projekte in Behörden häufig lange Planungs- und Umsetzungszeiten benötigen, ging es in Werneck überraschend schnell. Das Herzstück des Projekts ist eine komplett in Eigenleistung entwickelte Mitgliederverwaltungssoftware, die speziell auf die Anforderungen der Feuerwehr zugeschnitten ist.
Maßgeschneiderte Software für den Feuerwehralltag
Statt auf kostspielige Standardprogramme zurückzugreifen, entwickelte das Team eine eigene Lösung. Die Software unterstützt die Führungskräfte bei zahlreichen Verwaltungsaufgaben.
Dazu gehören unter anderem:
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Anwesenheitserfassung bei Übungen
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Überwachung von Lkw-Führerscheinen
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Dokumentation medizinischer Untersuchungen von Atemschutzgeräteträgern
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automatische Fristenüberwachung
Kommandant Christian Kullick erklärt den Nutzen der Eigenentwicklung:
„Wir haben jetzt eine Lösung, die genau unsere Abläufe abbildet und uns den Rücken für die eigentliche Arbeit freihält.“
Das System arbeitet proaktiv und erinnert automatisch an anstehende Fristen. Dadurch bleibt die Einsatzbereitschaft jederzeit transparent und rechtssicher dokumentiert.
Elektronisches Zugangssystem ersetzt Schlüssel

Foto: Tim Mützel
Parallel zur Software wurde auch die technische Ausstattung des Gerätehauses modernisiert. Der klassische Schlüssel wurde durch ein elektronisches Transpondersystem ersetzt.
Das neue System ermöglicht eine flexible Verwaltung der Zugangsrechte. So können beispielsweise temporäre Berechtigungen für Handwerker oder eingeschränkte Zugänge für Übungsgäste schnell vergeben werden. Gleichzeitig bleibt das wertvolle Equipment der Feuerwehr jederzeit sicher geschützt.
Ein weiterer Vorteil: Das System ist kompatibel mit anderen gemeindeeigenen Gebäuden und kann damit künftig auch an anderen Standorten genutzt werden.
Lob aus der Gemeinde
Auch Wernecks Bürgermeister Sebastian Hauck zeigt sich beeindruckt von der Eigeninitiative der Feuerwehr:
„Es ist toll zu sehen, mit welcher Eigeninitiative die Feuerwehr Werneck dieses Projekt vorangetrieben und in kurzer Zeit realisiert hat. Dass hier eine passgenaue Lösung in Eigenregie entwickelt wurde, ist ein Paradebeispiel für gelebtes Ehrenamt in unserer Gemeinde.“
Förderung durch Stiftung für Engagement und Ehrenamt
Die Umsetzung eines solchen Projekts erfordert neben Fachwissen auch finanzielle Mittel. Unterstützung erhielt die Feuerwehr durch die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE). Gemeinsam mit Mitteln des Feuerwehrvereins konnte so die digitale Infrastruktur finanziert werden.
Die Stiftung fördert bundesweit Projekte, die das Ehrenamt durch Innovation und Digitalisierung stärken.
Für die Bürgerinnen und Bürger in Werneck bedeutet die Digitalisierung vor allem eines: eine noch schlagkräftigere Feuerwehr. Denn jede Stunde, die dank der neuen Software bei Verwaltungsaufgaben eingespart wird, kann direkt in Ausbildung und Einsatzbereitschaft investiert werden.
Mit diesem Projekt zeigt die Feuerwehr Werneck eindrucksvoll, wie ehrenamtliches Engagement und moderne IT-Lösungen erfolgreich zusammenwirken können.
