Ezechielbrot hat seinen Ursprung in der Bibel und gilt heute als echtes Superfood. Benannt ist es nach dem Propheten Ezechiel, der im Alten Testament den Auftrag erhielt, ein Brot aus Weizen, Gerste, Bohnen, Linsen, Hirse und Dinkel zu backen.
Aus heutiger ernährungswissenschaftlicher Sicht ist diese Kombination besonders interessant. „Verschiedene Getreidearten und Hülsenfrüchte ergänzen sich und liefern in Kombination eine besonders hochwertige Eiweißzusammensetzung“, erklärt Katharina Holthausen, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Bayern.
Nährstoffreich durch Keimung
Das Besondere am ursprünglichen Ezechielbrot: Es wurde ausschließlich aus gekeimten Körnern hergestellt – ganz ohne Mehl. Durch den Keimprozess steigt der Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und Aminosäuren deutlich an. Gleichzeitig werden die Körner bekömmlicher und leichter verdaulich.
Heute existieren zahlreiche Varianten des Ezechielbrots. Viele Rezepte enthalten zusätzlich Mehl, doch die Basis aus gekeimten Zutaten bleibt das zentrale Merkmal. Vergleichbar ist das Brot mit dem sogenannten Essenerbrot, einem Vollkornbrot, das ebenfalls aus gekeimtem Getreide besteht und bei niedrigen Temperaturen gebacken wird.
Keimlinge selbst herstellen
Wer Ezechielbrot oder ähnliche Varianten selbst backen möchte, kann die Keimlinge ganz einfach zu Hause herstellen. Dafür werden Getreide oder andere Körner zunächst gründlich gespült und anschließend acht bis zwölf Stunden in Wasser eingeweicht.
Danach lässt man sie zwei bis drei Tage bei Zimmertemperatur keimen – idealerweise in einem Sieb oder einem Keimglas. Wichtig ist, die Körner zwei- bis dreimal täglich mit frischem Wasser zu spülen, um Schimmelbildung zu vermeiden. Sobald sich kleine Keimspitzen zeigen, können die Keimlinge direkt im Brotteig verarbeitet oder zunächst getrocknet und später verwendet werden.
Fazit
Ezechielbrot verbindet eine jahrtausendealte Tradition mit modernen ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen. Durch die Kombination verschiedener Getreide- und Hülsenfruchtarten sowie die Verwendung gekeimter Körner entsteht ein besonders nährstoffreiches und bekömmliches Brot – ein echtes Stück Geschichte auf dem Teller.