Landkarte der Meerenge Bab al-Mandab zwischen Jemen, Dschibuti und Eritrea mit der Insel Perim
Die Karte zeigt die Meerenge Bab al-Mandab zwischen Jemen, Dschibuti und Eritrea sowie die strategisch gelegene Insel Perim/Mayun. Grafik: Schweinfurt NEWS / Kartendaten: GSHHG/Basemap; Lage Perim: Marine Regions

Neue Gefahr für wichtige Ölroute: Spritpreise in Schweinfurt bleiben hoch

Schweinfurt -

Die militärische Lage am Roten Meer hat sich weiter zugespitzt. Kämpfer der mit dem Iran verbündeten Huthi haben nach aktuellen Berichten die strategisch wichtige Insel Perim, auch Mayun genannt, in der Meerenge Bab al-Mandab erreicht beziehungsweise eingenommen. Damit wächst ihre Fähigkeit, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt zu bedrohen.

Eine vollständige Kontrolle oder Sperrung der Meerenge ist bislang allerdings nicht bestätigt. Der Schiffsverkehr läuft weiterhin, wenn auch eingeschränkt. Die Huthi haben nach eigenen Angaben vor allem saudische Schiffe ins Visier genommen. Für andere Handelsschiffe soll die Passage offenbleiben. Ob diese Zusicherung Bestand hat, ist angesichts der militärischen Lage ungewiss. Reuters berichtet von einer Position, aus der die Huthi den Seeweg kontrollieren oder blockieren könnten.

Anzeige

Warum Bab al-Mandab so wichtig ist

Bab al-Mandab verbindet den Golf von Aden mit dem Roten Meer. Wer die Meerenge passiert, kann über den Suezkanal vergleichsweise schnell zwischen Asien und Europa fahren.

Nach Angaben von Reuters entfielen zuletzt rund zwölf Prozent des weltweiten Handels und etwa sieben Prozent der globalen Erdöltransporte auf diese Route. Die US-Energiebehörde EIA zählt Bab al-Mandab deshalb zu den wichtigsten Engpässen des weltweiten Ölhandels.

Meiden Reedereien das Rote Meer, müssen ihre Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung an der Südspitze Afrikas fahren. Das verlängert die Reise um Tage oder sogar Wochen. Gleichzeitig steigen Treibstoffverbrauch, Versicherungsprämien, Transportkosten und der Bedarf an verfügbaren Schiffen.

Mehrere wichtige Transportrouten gleichzeitig bedroht

Die Gefahr am Roten Meer trifft auf eine ohnehin angespannte Lage. Wegen des Krieges mit dem Iran ist auch der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus stark beeinträchtigt. Vor Beginn der aktuellen Auseinandersetzungen passierte etwa ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung diese Meerenge.

Saudi-Arabien verlagerte deshalb einen größeren Teil seiner Ausfuhren über eine Pipeline zu Häfen am Roten Meer. Nach einem Drohnenangriff musste jedoch auch diese Ost-West-Pipeline vorübergehend geschlossen werden. Die unterschiedlichen Vorfälle stehen nicht zwingend unter einer gemeinsamen operativen Kontrolle, verstärken aber zusammen die Unsicherheit auf den Energiemärkten.

Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent lag zuletzt bei rund 104 Dollar und damit deutlich über dem Niveau vor der jüngsten Eskalation. Aktuelle Marktdaten zeigen einen Ölpreis von mehr als 100 Dollar je Barrel.

Was bedeutet die Entwicklung für Deutschland?

Die möglichen Auswirkungen gehen über die Kraftstoffpreise hinaus:

  • Höhere Ölpreise können Benzin, Diesel, Heizöl und Flugtreibstoff verteuern.
  • Längere Transportwege erhöhen die Kosten für Waren aus Asien.
  • Unternehmen müssen mit längeren Lieferzeiten und höheren Versicherungs- und Frachtkosten rechnen.
  • Betroffen sein können unter anderem Elektronik, Maschinenbauteile, Textilien, Rohstoffe und Konsumgüter.
  • Steigende Energie- und Transportkosten können die Inflation erneut antreiben.

Wie stark Verbraucher die Folgen spüren, hängt davon ab, ob der Seeweg tatsächlich weiter eingeschränkt oder sogar geschlossen wird. Eine bloße militärische Bedrohung führt zunächst vor allem zu einem Risikoaufschlag an den Märkten. Eine vollständige Sperrung wäre deutlich folgenreicher.

Aktuelle Kraftstoffpreise in Schweinfurt

Die folgende Übersicht zeigt online gemeldete Preise ausgewählter Schweinfurter Tankstellen. Es handelt sich um eine Momentaufnahme der Recherche vom 13. September 2026. Die Anzeigen an der Tankstelle sind maßgeblich.

Tankstelle Super E5 Super E10 Diesel
TS am C+C Markt, Sven-Wingquist-Straße 1 nicht ausgewiesen 2,279 €/l 2,199 €/l
Esso, Deutschhöfer Straße 51 2,360 €/l 2,300 €/l 2,250 €/l
JET, Landwehrstraße 43 2,299 €/l 2,239 €/l 2,359 €/l

Die Angaben stammen aus den aktuellen Meldungen der Preisportale beziehungsweise der Tankstellen. Der JET-Preis wurde zuletzt am 12. September um 21.17 Uhr aktualisiert. Gemeldet wurden die Werte unter anderem von Billig-Tanken, SpritFuchs und JET.

Zum Vergleich: Im bundesweiten Durchschnitt kostete Super E10 am 13. September rund 2,25 Euro, Super E5 etwa 2,31 Euro und Diesel ungefähr 2,38 Euro je Liter. Das zeigen die aktuellen Preisangaben des SWR.

Lokale Preise sind noch kein Beweis für direkte Folgen

Die gegenwärtigen Preise in Schweinfurt können nicht allein dem jüngsten Huthi-Vorstoß zugerechnet werden. Zwischen einem militärischen Ereignis und Veränderungen an der Zapfsäule wirken zahlreiche weitere Faktoren: Rohölpreis, Dollarkurs, Raffineriekapazitäten, Lagerbestände, Steuern und der örtliche Wettbewerb.

Die hohen Werte zeigen jedoch, dass der Spielraum für eine weitere Verteuerung bereits auf einem belastenden Ausgangsniveau beginnt. Bei einem 50-Liter-Tank kostet ein Literpreis von 2,30 Euro insgesamt 115 Euro.

Drei mögliche Entwicklungen

Bleibt die Passage für den Großteil der Handelsschiffe geöffnet, dürften vor allem Unsicherheit und starke Preisschwankungen bestehen bleiben. Weitere Angriffe könnten zusätzliche Reedereien dazu bewegen, das Rote Meer zu meiden. Das würde Transportzeiten und Kosten erhöhen.

Eine vollständige Sperrung des Bab al-Mandab wäre das schwerwiegendste Szenario. Zusammen mit den Problemen an der Straße von Hormus könnten dann zwei zentrale Routen für Öl und Welthandel gleichzeitig ausfallen. Aktuell ist dieses Szenario jedoch noch nicht eingetreten.

Fest steht: Die Huthi haben ihre strategische Position am Eingang zum Roten Meer erheblich ausgebaut. Ob daraus eine dauerhafte Blockade entsteht, entscheidet darüber, wie stark die Auswirkungen in den kommenden Tagen auch an den Tankstellen in Schweinfurt zu spüren sein werden.

Diesen Beitrag teilen

Facebook
WhatsApp
Email

Weitere Nachrichten

13. September 2026
Ein 46-Jähriger ignoriert am Roßmarkt in Schweinfurt einen Platzverweis und greift Polizisten mit Fäusten an. Gegen ihn laufen mehrere Ermittlungen. … mehr
13. September 2026
Unbekannte brechen auf einer Baustelle in Sennfeld Werkzeugcontainer auf und stehlen Maschinen im fünfstelligen Wert. Die Polizei sucht Zeugen. … mehr
13. September 2026
Unbekannte sprengen am Bahnhof Schweinfurt einen Fahrkartenautomaten. Der Schaden liegt im fünfstelligen Bereich. Die Kriminalpolizei sucht Zeugen. … mehr
13. September 2026
Am 12. Oktober laden 13 kostenfreie Sport- und Entspannungsangebote in Stadt und Landkreis Schweinfurt zum Mitmachen ein. Anmeldung ab 14. … mehr
13. September 2026
Der Wertstoffhof und die Kompostanlage in Schweinfurt schließen am 21. September bereits um 14 Uhr. Am Dienstag öffnen beide wieder … mehr