Die Aufteilung des SKF-Konzerns in ein Industrie- und ein Automobilgeschäft wird in Schweinfurt zunehmend sichtbar. Im Bürohochhaus an der Gunnar-Wester-Straße arbeiten inzwischen zwei rechtlich eigenständige Unternehmen unter einem Dach. Nun wird die Trennung auch innerhalb des Gebäudes baulich umgesetzt.
Während sich die Beschäftigten beider Bereiche weiterhin beispielsweise im Aufzug oder in der Kantine begegnen können, entstehen in den Büroetagen klar voneinander abgegrenzte Bereiche.
Neue Zugangssperren im SKF-Hochhaus
Aktuell werden vor den Aufzugsbereichen Glaswände und zugangskontrollierte Türen eingebaut. Auch die Zugänge aus den Treppenhäusern sollen künftig entsprechend der jeweiligen Unternehmenszugehörigkeit freigeschaltet werden.
Im Erdgeschoss sind bereits getrennte Systeme zur Arbeitszeiterfassung vorhanden.
Ein Teil der Etagen wird vom Automobilgeschäft genutzt, während die übrigen Bereiche dem industriellen SKF-Geschäft zugeordnet sind. Damit wird die bereits rechtlich vollzogene Trennung auch räumlich deutlich.
SKF Vertevo soll an die Börse
Parallel zu den Veränderungen in Schweinfurt treibt der SKF-Konzern die vollständige Abspaltung des Automotive-Geschäfts weiter voran. Das künftig eigenständige Unternehmen soll unter dem Namen SKF Vertevo auftreten.
Für den 1. Oktober 2026 hat SKF eine außerordentliche Hauptversammlung angekündigt. Dort sollen die Aktionäre über die geplante Verteilung und Börsennotierung von SKF Vertevo entscheiden. Vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre und notwendiger regulatorischer Genehmigungen ist der erste Handelstag an der Nasdaq Stockholm für den 1. Dezember 2026 vorgesehen.
SKF begründet die Aufteilung mit den unterschiedlichen Geschäftsmodellen, Märkten und Anforderungen des Industrie- und Automobilgeschäfts. Beide Bereiche sollen künftig mit eigenständigen Strategien und Strukturen arbeiten.
Auch deutsche Werke neu zugeordnet
Mit der Trennung verändern sich auch die Strukturen der deutschen SKF-Standorte. Nach Unternehmensangaben wurden die Werke in Mühlheim und Lüchow dem Automotive-Bereich zugeordnet.
Die Schweinfurter Werke verbleiben dagegen im Industriegeschäft. Von Schweinfurt aus werden zudem weiterhin zentrale Funktionen und Vertriebsaktivitäten für Deutschland sowie Teile Mittel- und Osteuropas gesteuert.
Bauzaun hat nichts mit Unternehmensaufteilung zu tun
Der seit längerer Zeit rund um das Schweinfurter Bürohochhaus stehende Bauzaun steht dagegen nicht im Zusammenhang mit der Aufteilung des Unternehmens.
Hintergrund ist nach Unternehmensangaben eine Sicherheitsmaßnahme an der Fassade. Nachdem sich eine Glasscheibe aus der Fassadenverkleidung gelöst hatte und auf dem Vorplatz aufgeschlagen war, wurde der Bereich abgesichert.
Gemeinsam mit Sachverständigen werden derzeit Möglichkeiten für eine Instandsetzung geprüft. Wegen der erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen gestaltet sich die Planung aufwendig. Der derzeit gesperrte Haupteingang soll nach Unternehmensangaben jedoch über einen provisorischen Zugangstunnel wieder nutzbar gemacht werden.
Für den SKF-Standort Schweinfurt beginnt damit eine neue Phase: Aus dem bisherigen gemeinsamen Konzernverbund sollen zwei eigenständig agierende Unternehmen entstehen – eine Entwicklung, die inzwischen auch im Alltag der Beschäftigten sichtbar wird.
