Porträt des früheren Schweinfurter Landrats Harald Leitherer
Harald Leitherer war von 1995 bis 2013 Landrat des Landkreises Schweinfurt. Er starb im Alter von 73 Jahren. Foto: Landratsamt Schweinfurt

Altlandrat Harald Leitherer im Alter von 73 Jahren gestorben

Lkr. Schweinfurt -

Der frühere Landrat des Landkreises Schweinfurt, Harald Leitherer, ist tot. Der Träger des Bundesverdienstkreuzes starb am Mittwoch, 5. August 2026, im Alter von 73 Jahren. Der Landkreis würdigt ihn als prägende Persönlichkeit, deren Entscheidungen bis heute nachwirken.

„Wir verlieren eine überaus prägende Persönlichkeit, für die der Landkreis Schweinfurt zeit ihres politischen Wirkens stets im Mittelpunkt stand“, erklärt Landrat Florian Töpper. Sein Mitgefühl gelte allen, die um Harald Leitherer trauern. Der Landkreis werde seinem Altlandrat ein ehrendes Andenken bewahren und bleibe ihm dauerhaft zu Dank verpflichtet.

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18 Jahre an der Spitze des Landkreises

Harald Leitherer führte den Landkreis Schweinfurt von 1995 bis 2013. Während seiner 18-jährigen Amtszeit setzte er zahlreiche Projekte um, die die Region nachhaltig veränderten.

Zu seinen Schwerpunkten gehörte der Ausbau des Kreisstraßennetzes. Außerdem ließ er ein flächendeckendes Radwanderwegenetz mit einer Gesamtlänge von mehr als 1.000 Kilometern schaffen.

Unter seiner Führung führte der Landkreis Schweinfurt als erste Kommune in Bayern flächendeckend die Biotonne ein. Auf sein Bestreben hin entstand zudem die erste Freiflächen-Photovoltaikanlage im Landkreis. Damit legte Leitherer frühzeitig Grundlagen für Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsprojekte, die heute fester Bestandteil der Verwaltung sind.

Auch der Ausbau und die Förderung von Bildungseinrichtungen lagen ihm am Herzen. Bei seinen politischen Entscheidungen hatte er nach Angaben des Landkreises stets die Entwicklung der gesamten Region im Blick. Sein Ziel war es, die Wirtschaftskraft zu stärken und den Bürgern in ihren Heimatgemeinden dauerhaft eine hohe Lebensqualität zu ermöglichen.

Bundesverdienstkreuz für umfangreiches Engagement

Für seinen außergewöhnlichen Einsatz auf Gemeinde-, Landkreis- und Regierungsbezirksebene sowie im Bayerischen Landkreistag erhielt Harald Leitherer im Januar 2017 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Darüber hinaus war er Träger der Ehrenurkunde des Landkreises Schweinfurt. Auf Beschluss des Kreistags durfte er die Ehrenbezeichnung „Altlandrat“ führen.

Auch die CSU-Bundestagsabgeordnete Dr. Anja Weisgerber würdigt das Wirken Leitherers. Er habe den Landkreis 18 Jahre lang mit großem persönlichen Einsatz geführt und maßgebliche Impulse für die positive Entwicklung der Region gesetzt. Als wichtige Meilensteine nennt sie die Verwaltungsreform, die Stärkung der Wirtschaftskraft und innovative Ideen in der Abfallwirtschaft.

Der CSU-Kreisverband und die regionalen Mandatsträger würdigten seine Arbeit in Dankbarkeit und mit Respekt.

Politisch engagiert seit 1978

Harald Leitherer wurde am 18. April 1953 in Schweinfurt geboren. Nach seinem Abitur am Celtis-Gymnasium absolvierte er ein Studium der Rechtswissenschaften und legte das zweite juristische Staatsexamen ab. Anschließend arbeitete er zunächst als Rechtsanwalt.

Sein kommunalpolitisches Engagement begann 1978 als Gemeinderat in Schwebheim und als Kreisrat des Landkreises Schweinfurt. Im Jahr 1994 wurde er erstmals zum Landrat gewählt. Am 1. Februar 1995 trat er als Nachfolger von Karl Beck sein Amt an.

Keine öffentliche Trauerfeier

Auf ausdrücklichen Wunsch von Harald Leitherer und seinen Hinterbliebenen wird es weder eine öffentliche Trauerfeier noch einen öffentlichen Trauerakt geben.

Zum Gedenken an den Verstorbenen hat Landrat Florian Töpper Trauerbeflaggung am Landratsamt Schweinfurt angeordnet.

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