Rollstuhl auf Bauplänen für den barrierefreien Umbau einer Wohnung zur altersgerechten Nutzung.
Die Wohnung fit fürs Alter machen: Rechtzeitig umbauen, um später zu Hause auch noch mit dem Rollstuhl klarzukommen, raten Experten. Foto: Tobias Seifert

Großer Nachholbedarf bei seniorengerechtem Wohnen in Schweinfurt

Schweinfurt - Schweinfurt steht vor einer großen Herausforderung beim seniorengerechten Wohnen. Von den knapp 30.500 Wohnungen in der Stadt erfüllen nach einer aktuellen Untersuchung lediglich rund 1.600 die Voraussetzungen, damit ältere Menschen auch bei körperlichen Einschränkungen selbstständig darin leben können.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Wohnungsmarkt-Analyse des Pestel-Instituts, die im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) erstellt wurde. Demnach sind nur etwa fünf Prozent der Wohnungen in Schweinfurt ausreichend altersgerecht ausgestattet.

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Besonders kritisch sehen die Experten die Entwicklung vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. In den kommenden zehn Jahren werden rund 7.300 Menschen in Schweinfurt das Rentenalter erreichen. Damit wächst auch der Bedarf an barrierearmen und altersgerechten Wohnungen deutlich.

Ein zentrales Problem sind nach Angaben des Pestel-Instituts die Badezimmer. Zwar verfügen viele Wohnungen über ausreichend Wohnfläche, doch wichtige Voraussetzungen für ein selbstständiges Leben im Alter fehlen häufig. So gibt es in Schweinfurt lediglich rund 5.700 Wohnungen mit einer bodengleichen Dusche. Damit erfüllt nur etwa jede fünfte Wohnung eines der wichtigsten Kriterien für altersgerechtes Wohnen.

Darüber hinaus sind zahlreiche Wohnungen für Menschen mit Rollstuhl oder Rollator nur eingeschränkt nutzbar. Nach den Berechnungen der Wissenschaftler sind rund 8.200 Wohnungen von zu schmalen Hausfluren betroffen. Auch bei Küchen und Bädern bestehen erhebliche Defizite. Rund 9.800 Küchen bieten nicht genügend Bewegungsfreiheit für Rollstuhlfahrer. Bei den Badezimmern gelten etwa 14.500 als zu klein.

Die Experten fordern deshalb eine umfassende „Senioren-Umbau-Offensive“. Insbesondere ältere Wohnungen müssten barrierearm modernisiert werden, damit Menschen möglichst lange in ihrem vertrauten Umfeld wohnen bleiben können.

Unterstützung erwarten die Fachleute dabei vom Bund. Sowohl das Pestel-Institut als auch der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel sprechen sich für deutlich höhere Zuschüsse beim altersgerechten Umbau aus. Die bisherigen Förderprogramme seien zu kompliziert und finanziell nicht ausreichend, um den dringend benötigten Modernisierungsschub auszulösen.

Nach Ansicht der Experten müsse der altersgerechte Umbau von Wohnungen künftig stärker in den Mittelpunkt der Wohnungsbaupolitik rücken. Nur so könne verhindert werden, dass der Mangel an seniorengerechten Wohnungen in den kommenden Jahren weiter zunimmt.

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