Belebte Einkaufsstraße in Mainfranken mit zahlreichen Besuchern. Die Region verzeichnet 2026 eine Kaufkraft von rund 32.000 Euro pro Kopf.
Die Kaufkraft in Mainfranken steigt weiter an. Dennoch bleibt die Stimmung im stationären Einzelhandel vielerorts verhalten. Symbolfoto: KI-generiert

Mehr Geld im Portemonnaie, aber weniger Kauflaune: Warum Mainfrankens Händler trotzdem unter Druck stehen

Region -

Die Menschen in Mainfranken verfügen im Jahr 2026 über eine allgemeine Kaufkraft von rund 30,2 Milliarden Euro. Das entspricht einem deutlichen Anstieg gegenüber den vergangenen Jahren. Dennoch bleibt die Stimmung im stationären Einzelhandel verhalten. Darauf weist eine aktuelle Analyse der IHK Würzburg-Schweinfurt hin.

Nach den aktuellen Berechnungen liegt die Kaufkraft pro Einwohner bei 31.946 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies ein Plus von 995 Euro beziehungsweise 3,2 Prozent. Gegenüber dem Jahr 2022 ist die Kaufkraft in der Region sogar um rund 4,4 Milliarden Euro gestiegen.

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Mehr Geld verfügbar – Konsum bleibt dennoch verhalten

Von den insgesamt 30,2 Milliarden Euro Kaufkraft stehen nach Angaben der IHK rund 7,7 Milliarden Euro für Ausgaben im Einzelhandel zur Verfügung. Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt die Konsumfreude vieler Verbraucher zurückhaltend.

„Gerade im stationären Einzelhandel werden die positiven Impulse aus der Kaufkraftentwicklung aktuell überwiegend nicht wahrgenommen“, erklärt Dr. Christian Seynstahl, Bereichsleiter der IHK Würzburg-Schweinfurt. Unsicherheiten über die weitere Preisentwicklung sowie wirtschaftliche Herausforderungen würden weiterhin auf das Kaufverhalten drücken.

Deutliche Unterschiede innerhalb Mainfrankens

Die einzelhandelsrelevante Kaufkraft verteilt sich regional sehr unterschiedlich. Während der Landkreis Würzburg mit 8.421 Euro pro Einwohner den höchsten Wert erreicht, liegt die Stadt Schweinfurt mit 7.699 Euro am unteren Ende der Skala.

Laut IHK spielen dabei Faktoren wie Altersstruktur, Einkommen, Beschäftigungssituation, Vermögensverhältnisse und Wohnkosten eine wichtige Rolle.

Würzburg bleibt Umsatzspitze – Schweinfurt auf Platz zwei

Für das Jahr 2026 wird ein Einzelhandelsumsatz von rund 6,8 Milliarden Euro in Mainfranken erwartet. Die Stadt Würzburg bleibt dabei mit über 1,6 Milliarden Euro Umsatz das wirtschaftliche Zentrum der Region.

Auf Platz zwei folgt die Stadt Schweinfurt mit knapp 698 Millionen Euro. Dahinter rangiert Haßfurt mit rund 246 Millionen Euro Umsatz.

Onlinehandel zieht Millionen aus der Region ab

Ein erheblicher Teil der Kaufkraft fließt weiterhin in den Onlinehandel. Nach Berechnungen der IHK wandern rund zwölf Prozent der einzelhandelsrelevanten Kaufkraft – etwa 937 Millionen Euro – zu Online-Anbietern ab.

Hinzu kommen Einkäufe außerhalb der Region, etwa während Urlaubsreisen oder Ausflügen. Gleichzeitig profitieren die mainfränkischen Handelsstandorte auch von Kunden aus benachbarten Regionen.

Haßfurt bei Einkaufsattraktivität an der Spitze

Ein wichtiger Indikator für die Attraktivität eines Einkaufsstandorts ist die sogenannte Zentralitätskennziffer. Sie zeigt, wie viel Kaufkraft ein Ort aus seinem Umland anzieht.

Unter den Städten mit mehr als 10.000 Einwohnern liegt Haßfurt mit einem Wert von 253 Punkten an der Spitze. Es folgen Bad Neustadt an der Saale mit 223 Punkten sowie weitere Mittelzentren der Region.

Die IHK betont die wichtige Versorgungsfunktion der Mittelzentren in Mainfranken. Gerade sie seien entscheidend dafür, Kaufkraft in der Region zu halten und attraktive Einkaufsstandorte zu sichern.

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