Stimmzettel wird bei einer Betriebsratswahl in eine Wahlurne eingeworfen – Symbolbild für Mitbestimmung von Beschäftigten in Betrieben
Spot an für die Betriebsratswahl: Ein Stimmzettel wird in die Wahlurne eingeworfen. Die NGG Unterfranken ruft Beschäftigte in Schweinfurt auf, ihre Betriebsräte neu zu wählen. Foto: NGG | Florian Göricke

Mehr Lohn, mehr Freizeit, mehr Mitbestimmung: Gewerkschaft ruft Beschäftigte in Schweinfurt zur Betriebsratswahl auf

Schweinfurt -

Mehr Mitbestimmung im Betrieb: Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ruft Beschäftigte in Schweinfurt dazu auf, sich an den aktuellen Betriebsratswahlen zu beteiligen. Die Wahlen finden bundesweit vom 1. März bis zum 31. Mai statt.

Nach Angaben der NGG Unterfranken sind in Schweinfurt rund 59.900 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in etwa 1.130 Betrieben wahlberechtigt. Sie können durch ihre Stimme bestimmen, wer ihre Interessen gegenüber der Unternehmensleitung vertritt.

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„Der Betriebsrat bündelt die Stimmen der Beschäftigten und verleiht ihnen so mehr Gewicht gegenüber der Leitungsebene. Auf dieses Sprachrohr muss die Unternehmensführung hören“, erklärt Ibo Ocak von der NGG Unterfranken.

Grundsätzlich können Beschäftigte überall dort einen Betriebsrat wählen, wo mehr als fünf Mitarbeitende tätig sind. Dabei zählen sowohl Vollzeit- und Teilzeitkräfte als auch Auszubildende.

Noch viele Betriebe ohne Betriebsrat

Nach Einschätzung der Gewerkschaft gibt es in vielen Unternehmen in Schweinfurt bislang jedoch noch keinen Betriebsrat. Dadurch würden Beschäftigte wichtige Möglichkeiten zur Mitbestimmung verschenken.

„Beschäftigte verschenken damit ihre Chance, wichtige Entscheidungen im Unternehmen zu beeinflussen“, so NGG-Geschäftsführer Ibo Ocak.

Studie zeigt Vorteile von Tarifvertrag und Betriebsrat

Besonders wichtig sei das Zusammenspiel von Gewerkschaft und Betriebsrat. Während Gewerkschaften Tarifverträge für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen aushandeln, sorgt der Betriebsrat im Unternehmen dafür, dass diese Regelungen umgesetzt werden.

Laut Studien des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung profitieren Beschäftigte in tarifgebundenen Betrieben deutlich. Ohne Tarifvertrag fehle Arbeitnehmern rechnerisch ein volles Monatsgehalt im Jahr, zudem falle oft eine Woche zusätzliche Mehrarbeit an.

Betriebsrat stärkt Ausbildung und Jobsicherheit

Auch bei der Ausbildung spiele der Betriebsrat eine wichtige Rolle. Er könne dazu beitragen, mehr Ausbildungsplätze zu schaffen und Probleme im Ausbildungsalltag zu lösen.

Darüber hinaus setzten sich Betriebsräte in wirtschaftlich schwierigen Zeiten häufig für den Erhalt von Arbeitsplätzenein.

Gerade in der Lebensmittelindustrie der Region gebe es zwar meist vergleichsweise krisenfeste Arbeitsplätze. Dennoch biete ein Betriebsrat zusätzliche Vorteile – etwa bei Urlaubsplanung, Weiterbildung, Gesundheitsschutz und Schichtplänen.

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