Symbolbild Geld: Einkommensunterschiede in Schweinfurt zwischen Beschäftigten und Millionären laut NGG Unterfranken
Die einen müssen jeden Euro zweimal umdrehen, die anderen haben Millionen: In Schweinfurt ist die Verteilung von Einkommen stark unterschiedlich. Die NGG Unterfranken fordert deshalb gerechtere Reformen bei Steuern, Rente und Sozialabgaben. Foto: NGG | Nils Hillebrand

Schweinfurt – NGG kritisiert Einkommensgefälle: 2.161 Beschäftigte pro Einkommensmillionär

Schweinfurt -

In Schweinfurt prallen zwei wirtschaftliche Realitäten aufeinander: Während rund 54.000 Menschen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen, gibt es gleichzeitig 25 Einkommensmillionäre in der Stadt. Rein rechnerisch kommen damit 2.161 Beschäftigte auf eine Person mit einem Jahreseinkommen von mindestens einer Million Euro.

Darauf macht die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Unterfranken aufmerksam. Grundlage sind Zahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik sowie der Arbeitsagentur.

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NGG warnt vor wachsender sozialer Ungleichheit

Für Ibo Ocak, Geschäftsführer der NGG Unterfranken, ist diese Entwicklung ein deutliches Warnsignal. Er spricht von einer zunehmenden sozialen Schieflage.

„So sieht das Gefälle zwischen Normal- und Spitzenverdienern in Schweinfurt aus. Die einen arbeiten hart, um über die Runden zu kommen. Die anderen erzielen Einkommen vor allem durch Kapitalanlagen und Unternehmensgewinne“, so Ocak.

Besonders kritisch sei, dass immer mehr Menschen trotz Vollzeitjob Schwierigkeiten hätten, steigende Lebenshaltungskosten wie Miete, Energie und Lebensmittel zu stemmen.

Appell an Politik: Reformen dürfen Beschäftigte nicht belasten

Mit Blick auf das geplante Reformpaket der Bundesregierung richtet die NGG einen klaren Appell an die Bundestagsabgeordneten aus der Region.

„Es geht darum, Menschen, die Tag für Tag arbeiten, nicht noch weiter abzuhängen“, betont Ocak. Arbeit dürfe steuerlich nicht stärker belastet werden als Kapitaleinkommen.

Derzeit würden Einkünfte aus Kapital – etwa Zinsen oder Aktiengewinne – häufig pauschal mit 25 Prozent besteuert, während Arbeitnehmer deutlich höhere Abgaben tragen. Laut NGG zahlt ein Durchschnittspaar rund 43 Prozent an Steuern und Sozialabgaben.

Forderungen nach gerechter Steuerpolitik

Die Gewerkschaft fordert deshalb konkrete Änderungen:

  • gerechtere Besteuerung von Vermögen und Erbschaften
  • höherer Spitzensteuersatz
  • Abschaffung des Ehegattensplittings

Gerade letzteres mache es für viele Frauen unattraktiver, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, und verfestige überholte Rollenbilder.

Ziel: Kluft zwischen Arm und Reich verringern

Aus Sicht der NGG müsse die Politik jetzt handeln, um die soziale Balance zu sichern. Reformen bei Steuern, Rente und Gesundheit dürften die bestehenden Unterschiede nicht weiter verschärfen.

„Die Kluft zwischen Arm und Reich darf nicht größer werden – sie muss kleiner werden“, so Ocak.

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