Marina Jakob, Agrarexpertin der FREIEN WÄHLER im Landesvorstand, sieht die aktuelle Entwicklung kritisch. Die derzeitigen Marktpreise seien für viele Betriebe nicht kostendeckend und gefährdeten die wirtschaftliche Existenz zahlreicher Schweinehalter. Sollte sich die Situation nicht zeitnah verbessern, drohe ein weiterer Rückgang der heimischen Tierhaltung.

Als Ursachen der Krise nennen die FREIEN WÄHLER vor allem die schwache Nachfrage nach Schweinefleisch, schwierige Exportbedingungen und den hohen Wettbewerbsdruck innerhalb Europas. Trotz eines nahezu unveränderten Angebots an Schlachtschweinen bleibe die Nachfrage verhalten. Gleichzeitig erschwerten stockende Exportmärkte die Absatzmöglichkeiten.
Besonders kritisch wird die Konkurrenz durch Importe aus anderen europäischen Ländern gesehen. Nach Angaben der FREIEN WÄHLER würden günstig produzierte Schweine aus Spanien den Wettbewerb verschärfen und wichtige Exportmärkte deutscher Erzeuger beeinträchtigen. Auch die üblicherweise starke Grillsaison habe in diesem Jahr keine nachhaltigen Impulse für den Markt gebracht.
Hinzu kommen aus Sicht der Partei steigende Kosten, zusätzliche Auflagen und ein hoher bürokratischer Aufwand. Gleichzeitig seien viele Verbraucher aufgrund der allgemeinen Preisentwicklung gezwungen, verstärkt auf günstigere Produkte zurückzugreifen.
Die FREIEN WÄHLER fordern daher den Abbau übermäßiger Bürokratie, mehr Planungssicherheit für landwirtschaftliche Investitionen sowie faire Wettbewerbsbedingungen innerhalb Europas. Darüber hinaus müsse der Export nach China wieder gestärkt werden. Ziel sei es, die heimische Schweinehaltung als wichtigen Bestandteil der regionalen Lebensmittelversorgung und Wertschöpfung dauerhaft zu erhalten.
Nach Auffassung der Partei kann eine wirtschaftlich tragfähige und wettbewerbsfähige Schweinehaltung einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten und die Abhängigkeit von Importen reduzieren.