Eingang einer Notaufnahme an einem Krankenhaus – Debatte um Kliniksterben und 30-Minuten-Versorgung in Bayern
Die Aktionsgruppe „Schluss mit Kliniksterben in Bayern“ fordert eine wohnortnahe Notfallversorgung mit lebensrettenden Klinikangeboten innerhalb von 30 Minuten. KI-generiert (Symbolbild)

Kliniksterben in Bayern? Aktionsgruppe warnt vor Folgen der Zentralisierung

Region -

Die Aktionsgruppe „Schluss mit Kliniksterben in Bayern“ kritisiert den aktuellen „Konzeptvergleich Regionale Gesundheitsversorgung“ der Bertelsmann Stiftung scharf. Nach Auffassung der Initiative sei die Veröffentlichung einseitig ausgerichtet und fördere Konzepte, die auf eine stärkere Ambulantisierung und Zentralisierung klinischer Leistungen hinauslaufen.

Klaus Emmerich, Klinikvorstand im Ruhestand, erklärt dazu: „Mit diesem Konzeptvergleich stellt die Bertelsmann Stiftung einseitig regionale Gesundheitskonzepte vor, deren Ziel die Ambulantisierung und Zentralisierung klinischer Leistungen einbezieht.“ Gleichzeitig verliere die Studie kein Wort darüber, dass es alternative Modelle gebe, die auf ein Mindestmaß lebensrettender klinischer Angebote innerhalb von 30 Fahrzeitminuten setzen.

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Die Studie der Bertelsmann Stiftung ist online abrufbar unter:
https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/konzeptvergleich-regionale-gesundheitsversorgung

Kritik: Studie setze auf weniger Kliniken

Die Aktionsgruppe verweist in diesem Zusammenhang auch auf frühere Positionen der Bertelsmann Stiftung. Diese habe bereits 2019 die These vertreten, eine bessere Versorgung sei nur mit deutlich weniger Krankenhäusern möglich.

Der entsprechende Beitrag ist hier abrufbar:
https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2019/juli/eine-bessere-versorgung-ist-nur-mit-halb-so-vielen-kliniken-moeglich

Aus Sicht der Initiative gefährde ein solcher Ansatz die flächendeckende klinische Versorgung – sowohl in Deutschland als auch in Bayern. Ein „umfassendes Kliniksterben“ mit schwer absehbaren Folgen für die wohnortnahe Notfallversorgung müsse verhindert werden.

Initiative stellt eigenes Konzept vor

Als Gegenmodell nennt die Aktionsgruppe ihr eigenes Konzept einer „bedarfsorientierten kommunalen Kliniklandschaft“. Dieses setze Mindestmerkmale für eine 30-Minuten-Erreichbarkeit voraus und enthalte konkrete Vorschläge zur Umsetzung. Nach Darstellung der Initiative sei das Konzept zudem finanzierbar.

Das Konzept der Aktionsgruppe ist öffentlich einsehbar unter:
https://schlusskliniksterbenbayern.jimdofree.com/krankenhausreform-folgen-in-bayern/bedarfsgerechte-kommunale-kliniklandschaft/

Forderung: Mindestversorgung in 30 Minuten

Die Aktionsgruppe fordert, lebensrettende klinische Angebote auch künftig in erreichbarer Nähe zu sichern. Wörtlich heißt es: „Hände weg von unseren Krankenhäusern. Stoppt den Einfluss der Gesundheitsökonomen.“

Im Hintergrund verweist die Initiative außerdem auf personelle und fachliche Netzwerke, die aus ihrer Sicht den politischen Kurs in Richtung Zentralisierung beeinflussen würden. Unter anderem seien Autoren der Vergleichsstudien untereinander vernetzt und in politischen Beratungsgremien vertreten gewesen – darunter auch in der „Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung“ unter dem früheren Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach.

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