Fahndungsfoto des 21-jährigen Abdul B., nach dem die Polizei im Zusammenhang mit dem Anschlag beim Berliner CSD fahndet
Berlin nach dem 21-jährigen Tatverdächtigen Abdul B. Er könnte bewaffnet und gefährlich sein. (Foto: Polizei Berlin)

Tödlicher Anschlag beim Berliner CSD: Polizei fahndet nach 21-Jährigem

Berlin -

Eine Frau stirbt, 16 Menschen werden verletzt – Polizei prüft auch den Einsatz von Stichwaffen

Der Christopher Street Day in Berlin hat am Samstagabend, 25. Juli 2026, ein gewaltsames Ende genommen. Ein weißes Fahrzeug fuhr im Großen Tiergarten in eine Gruppe von Menschen. Eine Frau wurde dabei tödlich verletzt. Mindestens 16 weitere Menschen erlitten Verletzungen, mehrere von ihnen schwer oder lebensbedrohlich.

Polizei und Generalstaatsanwaltschaft Berlin ermitteln wegen des Verdachts eines Anschlags. Nach einem 21 Jahre alten Tatverdächtigen wird öffentlich gefahndet. Der Mann war am Sonntagmorgen weiterhin flüchtig.

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Fahrzeug fuhr durch den Tiergarten

Nach bisherigen Erkenntnissen fuhr das Fahrzeug gegen 22 Uhr im Bereich des Ahornsteigs in den Großen Tiergarten. Dort wurden mehrere Menschen angefahren. Anschließend prallte der weiße Wagen gegen einen Baum.

Eine oder mehrere Personen sollen das Fahrzeug danach verlassen und sich vom Tatort entfernt haben. Die Ermittler prüfen außerdem Hinweise, nach denen mehrere Menschen durch Stichwerkzeuge verletzt worden sein sollen. Ob ein einzelner Täter oder mehrere Personen an dem Angriff beteiligt waren, war am Sonntagmorgen noch nicht abschließend geklärt.

Die Feuerwehr war mit rund 150 Helfern im Einsatz. Von den 16 Verletzten befanden sich nach dem zuletzt veröffentlichten Stand drei in Lebensgefahr. Acht Menschen wurden schwer und fünf weitere leicht verletzt. Zusätzlich wurden rund 30 äußerlich unverletzte Menschen psychologisch betreut.

Öffentlichkeitsfahndung nach Abdul B.

Polizei und Generalstaatsanwaltschaft fahnden öffentlich nach dem 21-jährigen Abdul B. Er soll im Verdacht stehen, mit dem Fahrzeug mehrere Menschen verletzt zu haben.

Der gesuchte Mann wird als etwa 1,90 Meter groß und von schlanker Statur beschrieben. Er hat schwarze Haare und soll zur Tatzeit einen schwarzen Kapuzenpullover sowie eine weiße Hose getragen haben.

Die Polizei warnt davor, den Tatverdächtigen anzusprechen oder direkten Kontakt zu ihm aufzunehmen. Er könnte bewaffnet und gefährlich sein. Wer den Mann sieht, soll unverzüglich den Notruf 110 verständigen.

Hinweise zum Tatgeschehen oder zum möglichen Aufenthaltsort des Gesuchten nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 030 54024111 sowie über ihr Online-Hinweisportal entgegen.

Islamistischer Hintergrund wird geprüft

Nach Angaben eines Berliner Polizeisprechers ist der Tatverdächtige polizeibekannt und wird dem islamistischen Milieu in Berlin zugerechnet. Ein konkretes Motiv für den Anschlag war zunächst jedoch nicht bekannt.

Ob der 21-Jährige das Fahrzeug tatsächlich selbst steuerte und welche Rolle mögliche weitere Personen spielten, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. In der Nacht durchsuchten Spezialkräfte eine Wohnung in Berlin. Der Gesuchte wurde dort nicht angetroffen.

Die Zuordnung des Tatverdächtigen zum islamistischen Milieu bedeutet zum jetzigen Ermittlungsstand noch nicht, dass ein islamistisches Tatmotiv abschließend nachgewiesen ist.

Abschlussveranstaltung abgebrochen

Hunderttausende Menschen hatten zuvor friedlich am Berliner Christopher Street Day teilgenommen und für die Rechte queerer Menschen sowie gegen Diskriminierung demonstriert. Nach Bekanntwerden des Angriffs wurde die Abschlussveranstaltung am Brandenburger Tor gegen 22.15 Uhr abgebrochen. Die Besucher wurden aufgefordert, den Bereich zu verlassen und den Tiergarten zu meiden.

Auch weitere für Sonntag geplante Veranstaltungen des Berliner CSD wurden abgesagt. Große Bereiche des Tiergartens blieben wegen der Spurensicherung abgesperrt.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner bezeichnete die Tat als Angriff auf die freie und weltoffene Gesellschaft. Bundeskanzler Friedrich Merz verurteilte das Geschehen als „abscheuliche Tat“. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt bot den Berliner Sicherheitsbehörden Unterstützung durch den Bund an.

Die Ermittlungen und die Fahndung dauerten am Sonntagmorgen an.

Stand des Artikels: 26. Juli 2026, 9.05 Uhr

Quellen: Polizei Berlin und Generalstaatsanwaltschaft, Tagesschau-Liveblog, rbb24-Liveticker

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