Symbolfoto zu Wohneigentum in Schweinfurt: Geldscheine in Hausform auf Bauplänen
Die Wohneigentumsquote in Schweinfurt liegt laut Pestel-Institut bei 31,1 Prozent. Branchenverbände fordern deshalb eine neue „Haus-Förderung“ des Bundes. Foto: Nils Hillebrand

Wohneigentum wird Luxus: Studie sieht junge Generation in Schweinfurt als Verlierer

Schweinfurt -

In Schweinfurt gibt es rund 8.800 Wohnungen, für die keine Miete gezahlt werden muss – weil ihre Eigentümer sie selbst nutzen. Das geht aus einer regionalen Wohnungsmarkt-Analyse hervor, die das Pestel-Institut im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) erstellt hat.

Die Wissenschaftler ermittelten für Schweinfurt eine Wohneigentumsquote von 31,1 Prozent. Zum Vergleich: Bundesweit liegt die Quote bei 43,5 Prozent. „Damit ist Deutschland ein ‚Mieter-Land‘ und landet beim Ranking zum Wohneigentum im Europa-Vergleich nur auf dem vorletzten Platz“, sagt Matthias Günther vom Pestel-Institut.

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Auffällig sei laut Studie vor allem die Entwicklung bei den 25- bis 40-Jährigen. Rund 11.000 Menschen dieser Altersgruppe leben demnach aktuell in Schweinfurt. „Die eigenen vier Wände rangieren bei den Menschen zwar immer noch ganz oben auf der Wunschliste. Aber gerade die 25- bis 40-Jährigen können sich immer seltener ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung leisten“, so Günther. Die typische „Nestbauer-Generation“ werde zunehmend zur „Verlierer-Generation“ beim Wohneigentum.

Der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel kritisiert in diesem Zusammenhang fehlende staatliche Unterstützung. „Der Bund hat zuletzt die Eigenheimzulage und dann das Baukindergeld abgeschafft – und damit die effektive Förderung von Wohneigentum faktisch eingestellt“, sagt BDB-Verbandspräsidentin Katharina Metzger.

Metzger fordert daher ein neues Förderprogramm des Bundes – eine Art „Haus-Förderung“. Notwendig seien direkte Zuschüsse, die auch Durchschnittsverdienern den Einstieg ins Eigentum ermöglichen. Zusätzlich brauche es ein Niedrigzinsprogramm, damit der Erwerb auch mit wenig Eigenkapital realistisch werde.

Gleichzeitig müsse die Förderung unbürokratisch sein, betonen auch Vertreter der Mauerstein-Industrie. „Es darf kein kompliziertes Bürokratiemonster werden“, sagt Hannes Zapf, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM). Außerdem müsse die Unterstützung langfristig planbar sein. Wer heute für Eigentum spare, müsse sich auch in mehreren Jahren noch auf die staatliche Zusage verlassen können.

Neben der Bedeutung für Familien und junge Erwerbstätige verweist das Pestel-Institut auch auf den Zusammenhang mit Altersarmut. Wohneigentum könne im Ruhestand eine wichtige finanzielle Entlastung sein – als „Rente in Stein“. Besonders bei den Babyboomern, die nun nach und nach in Rente gehen, werde das Thema relevant. „Die Wohnarmut im Alter ist vor allem eine Mieterarmut“, so Günther. Wer im Eigentum wohne, komme im Alter häufig deutlich besser zurecht.

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