Die Stadt Schweinfurt hat ihr neues Klimaanpassungskonzept mit Klimaplanatlas und Klimafunktionskarten veröffentlicht. Das Konzept zeigt auf, wie sich der Klimawandel bereits heute auf die Stadt auswirkt und welche Maßnahmen künftig notwendig sind, um Menschen, Natur und Infrastruktur besser zu schützen.
Das Konzept entstand im Laufe des Jahres 2025 und wurde durch die Regierung von Unterfranken mit Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz zu 90 Prozent gefördert. Es steht ab sofort auf der Internetseite der Stadt Schweinfurt zum Download bereit.

Temperaturen steigen deutlich an
Die Auswertungen zeigen, dass sich Schweinfurt in den vergangenen Jahrzehnten bereits deutlich erwärmt hat. Während die durchschnittliche Jahresmitteltemperatur zwischen 1961 und 1990 noch bei 8,7 Grad Celsius lag, stieg sie im Zeitraum von 1991 bis 2020 bereits auf 9,8 Grad Celsius. Damit ist es im Durchschnitt bereits 1,1 Grad wärmer als noch vor rund 30 Jahren.
Die Prognosen gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzt. Bis zum Jahr 2060 könnte die Durchschnittstemperatur nochmals um 1 bis 1,5 Grad steigen. Bis zum Jahr 2100 werden sogar 1,6 bis 3,7 Gradzusätzlich erwartet.
Mehr Hitze und häufigere Starkregen
Neben steigenden Temperaturen rechnen die Experten künftig mit häufigeren Starkregenereignissen. Gleichzeitig werden längere Trockenphasen erwartet. Das führt dazu, dass ausgetrocknete Böden Regenwasser schlechter aufnehmen können und mehr Wasser oberflächlich abfließt.
Besonders betroffen sind stark versiegelte Stadtgebiete. Dort sorgt der sogenannte Wärmeinseleffekt dafür, dass die Temperaturen teilweise bis zu 5 Grad höher liegen als in den Randbereichen Schweinfurts. Hinzu kommen immer häufiger Tropennächte, in denen die Temperaturen auch nachts nicht unter 20 Grad sinken.
Klimafunktionskarten zeigen besonders betroffene Bereiche
Das Klimaanpassungskonzept richtet sich vor allem an die Stadtplanung, bietet aber auch Bürgerinnen und Bürgern wichtige Informationen. Die Klimafunktionskarten zeigen, welche Stadtbereiche besonders stark von Hitze oder anderen Klimafolgen betroffen sind.
Darüber hinaus gibt die Stadt zahlreiche Tipps zur Klimaanpassung. So empfiehlt sie unter anderem, ausgewachsene Bäume und Grünflächen möglichst zu erhalten, versiegelte Flächen zu reduzieren und auf Steingärten zu verzichten, da diese sich im Sommer besonders stark aufheizen.
Baumpatenschaften als Beitrag zum Klimaschutz
Bereits seit einigen Jahren reagiert die Stadt Schweinfurt auf die zunehmende Trockenheit. Um den öffentlichen Baumbestand zu erhalten, setzt sie unter anderem auf Baumpatenschaften. Ehrenamtliche unterstützen dabei den Servicebetrieb Bau und Stadtgrün insbesondere bei der Bewässerung der Stadtbäume und können die Baumscheiben individuell gestalten.
Weitere Informationen zum Klimaanpassungskonzept, den Klimafunktionskarten und den Baumpatenschaften sind auf der Internetseite der Stadt Schweinfurt verfügbar.